Reisen in der Retrospektive – Australien 1988 – 2006 – Teil 11

Reisen in der Retrospektive – Australien 1988 – 2006 – Teil 11

Das Spiel, der Spaß und die gute Laune

Meine Tochter war das ersehnte weibliche Kind und so ergab sich für mich die Möglichkeit, meine Vorstellungen von absoluter Gleichberechtigung in meine Erziehungsarbeit einzubringen. Wegen der langen Phasen der Abwesenheit von zuhause hatte ich trotzdem mitunter vor, sie zu verwöhnen, einfach weil sie da war, weil es sie gab! Ein klassischer „Verwöhn-Vater“ bin ich aber nach meiner Auffassung nicht gewesen, denn die Aufgabe, ein Kind auch erziehen zu müssen (zu sollen) war ebenfalls fest in mir verankert. Und mir war aufgefallen, dass sie beim Spielen mitunter unkonzentriert war, wenn sie gerade wieder von ihren Omas oder Opas mit einer Lawine von neuen Geschenken zugemüllt worden war. Sie war dann ganz offensichtlich mit der schieren Menge an neuem Spielzeug überlastet. Die Phantasie unserer Kinder, in unseren Kulturkreisen, in denen das „spielen“ ja regelrecht zelebriert wird, wird aber nicht richtig angeregt, wenn sie überfordert sind. Diese reich beschenkten Kinder werden dann häufig unruhig und brauchen viel Input von außen. Und die Zahl der Eltern, die ihren Kindern zeigt, wie man überhaupt spielt, scheint beständig zu steigen. Meine persönlichen Erfahrungen mit anderen, einfacheren Kulturen, die das ganze Brimborium der klinischen Welt um sich herum nicht hatten, gingen in die Richtung, dass die Eltern dort ihren Kindern überhaupt nichts erklärten, oder ihnen gar zeigten, wie man spielt. Sie lebten ein Leben vor und die Kinder bekamen Anschauungsunterricht. Spielen mussten sie selbst miteinander und genau das taten sie, in der Regel mit einem einzigen Spielzeug, welches oft genug nur aus einem Stock oder einer zerschlissenen Puppe bestand. Aber die Lebenswege der Mutter meiner Tochter und mein eigener hatten sich getrennt und ich vermisste die Tochter ständig. Deshalb gab ich ihr dieses hoch heilige Vater/Tochter Versprechen. Auf der dann folgenden Reise durch Australien mit der kleinen Gruppe junger Menschen aus Ostdeutschland, zog diese Geschichte mit dem „größten mir in Australien begegnenden Stoff-Koala“ auch als Running Gag in die Gruppe ein. Immer wieder versuchte man, mich hinter´s Licht zu führen und meine Aufmerksamkeit – wenn wir einmal in Städten waren, wo es überhaupt solche Stofftiere als Angebot in den Auslagen der Läden gab – auf besonders große „Stoff-Koalas“ zu lenken. Ich widerstand und wollte erst zum Schluss der Reise in gesicherter Umgebung einen Koala aus Stoff erspähen, der die richtige Größe vorweisen konnte. Bloß nicht zu groß und auch nicht zu klein lautete die Devise.

Die meisten Kinder dieser Welt erleben den Koala so!

Als es am Ende der Exkursion so weit war, dass die Gruppe auseinander lief und drei der Personen bereits wieder zurück in Deutschland waren, musste auch ich mich von den beiden noch übrig gebliebenen Damen verabschieden. Sie sollten nicht lange allein zu Zweit bleiben, denn es hatten sich bereits zwei neue Personen aus Deutschland angekündigt, die in der nächsten Woche die „Zweier-Gruppe“ wieder auf eine „Vierer-Gruppe“ aufblähen sollten. Von Adelaide aus hatte ich meinen Rückflug nach Deutschland gebucht und am vorletzten Tag rückte der Moment näher, in dem ich einen „passenden“ Koala erspähen musste um dem Kind zuhause das Gefühl zu vermitteln, das es wirklich der „größte seiner Art gewesen sei“, der mir unter die Augen kam. Also doch lieber nicht zu klein? Ich habe meine Kinder niemals angelogen, höchstens mal etwas verschwiegen von dem ich dachte, dass es keine Relevanz für sie haben würde. Auf Nachfragen bekamen sie aber immer die korrekte Antwort und mir war klar, dass mich meine Tochter fragen würde, ob das denn wirklich der größte Koala gewesen sei, wenn ich ihr das Geschenk überreichen würde. Ich würde sie nicht anlügen wollen, dafür war mir die Beziehung zu ihr viel zu wichtig. Wer schon einmal in Adelaide war, wird sich bestimmt an die beiden Chromkugeln (die „Malls Balls“) in der Rundle Mall erinnern? Diese Fußgängerzone ist „die“ Einkaufsstraße in Adelaide und jede Stadt in Down Under hat auch mindestens eine „Mall“, in der es von Geschäften aller Art und Größe nur so wimmelt. „Shop until you drop“ (kaufe ein, bis du kollabierst) war in Australien ein gängiger Slogan. Auf dieser Straße waren nun meine beiden übrig gebliebenen Begleiterinnen und ich unterwegs, um den ultimativen Stoff-Koala Kauf über die Bühne gehen zu lassen. Die Damen waren damit beauftragt, in die Geschäfte zu spähen und den – wir hatten im Vorfeld besprochen, wie groß er „höchstens“ sein durfte – passenden Koala zu finden um mir dann die Augen zu öffnen. Ich hatte meinen Blick entweder zu Boden gerichtet oder an den schönen Fassaden der „britisch wirkenden“ Häuser nach oben und unter gleiten lassen. Jetzt bloß keinen Fehler machen!

Und obwohl meine Begleiterinnen und ich in den letzten Monaten eine sehr intensive Beziehung, die von Freundschaft, Respekt und gegenseitiger Achtung geprägt war, entwickelt hatten, waren diese Zwei – ohne dass ich eingeweiht worden war – zu der Übereinkunft gekommen, dass sie mich austricksen würden! Sie hatten die maximale Obergrenze des noch gefunden werden müssenden Koalas schlicht erheblich nach oben ausgeweitet. Das war zwar ein Vertrauensbruch, hat unsere Beziehung zueinander aber nicht nachhaltig belastet. Ganz im Gegenteil, wenn ich gewusst hätte, welchen erinnerungswürdigen Spaß der dann erworbene Koala in mein Leben brachte, hätte ich die maximale Obergrenze selbst dorthin verlagert, wohin sie meine Begleiterinnen verschoben hatten. Nämlich in einen Bereich, in dem man vor lauter Staunen den Mund nicht mehr zu bekam. Nach einigen hundert Metern Fußmarsch durch die Mall war es dann soweit: ich wurde am Ärmel gepackt und zu einem Geschäft geführt. Beide versprachen eifrig, dass sie den gewünschten Koala gefunden hätten. Ich würde es gleich sehen. Mamma Mia, war mein erster Gedanke nachdem ich „ihn“ erblickt hatte und der zweite war die Frage, ob meine Damen prinzipiell etwas falsch verstanden haben könnten oder ob sie schlicht einen an der Waffel haben würden. Was mich dort vom höchsten Regal herunter anblickte, war für meine Begriffe kein Koala, es war ein Bär (Grizzly) oder sogar ein Dinosaurier. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt trotz aller Australien-Erfahrung nicht gewusst, dass es neben den Größen „Maxi“ auch noch weitere Übergrößen geben würde. „Super-Maxi“ reichte hier nicht! Der Bursche war „Super-Super-Mega-Maga-Maxi-Maxi“! Sein Volumen übertraf das eines echten Koala um mindestens das dreifache, auch wenn er in derselben Gewichtskategorie spielte – wegen des Stoffes und der leichten Füllmasse! Ich hatte tatsächlich kurz den Impuls, den Giganten nicht zu kaufen, fügte mich dann aber den Vorhaltungen meiner Begleiterinnen, die darauf bestanden, dass ich mein Versprechen der Tochter gegenüber würde halten müssen. Ich betrat den Laden und teilte der Verkäuferin mit, dass ich gerne „den da oben“ würde kaufen wollen. Sie blickte mich mit hocherfreutem Gesicht an. „Wirklich den da?“. Ja, wirklich den da.

Obwohl er “eigentlich” in der Natur niedlicher ist

Sie rief zwei andere Verkäuferinnen zur Verstärkung und zwei Leitern wurden herbeigeschafft. Dabei erhielt ich auch die Information, dass ihnen dieser Koala schon sehr ans Herz gewachsen sei, weil er eine Art Requisit in dem Laden geworden wäre, weil ihn niemand kaufen wollte. Ach ja? Die anderen Touristen hatten wahrscheinlich keine Zwangsstörungen und wollten sich mit dem Apparat nicht belasten. Ich hatte ja noch darauf gehofft, dass er zur Ausstattung des Ladens gehören würde und damit gar nicht verkäuflich war. Russischen Oligarchen Tourismus gab es 1997 noch nicht, denn die hätten in ihrem „Shopping-Größenwahn“ diesen übergroßen Kerl längst gekauft und gleich 100 davon nachbestellt. Also war ich dazu verdammt, den Kaventsmann nun auch zu kaufen. Was hatte ich mir da angetan? Im Sitzen hatte er bereits eine Höhe von einem guten Meter, wenn man ihn dann ans Herz drückte und groß genug war, hingen seine beiden Pummelbeine noch etwas weiter hinunter. Wenn er selbständig hätte stehen und laufen können, hätte er es wohl auf 1,30 Meter Höhe gebracht. Sein Körper war voluminös und ich weiß noch, dass wir das dicke Ding zuhause dann auch einmal gewogen haben. Das Ergebnis weiß ich nicht mehr, habe ich sicher verdrängt damit ich mich nicht im Nachhinein noch fortgesetzt der galoppierenden geistigen Schwindsucht bezichtige. Musste es denn ausgerechnet der „Größte“ sein? Koalas sind bei Kindern ja sehr beliebt, als Stofftiere zumindest. Sie geben ihnen dann lustige Namen, nennen sie Kulla, Kulli oder Kullo, tragen sie ständig mit sich herum und geben vor, ohne ihre Stofftiere nicht mehr leben zu können. Ich habe mich – da ich die Koalas ja in Realita kennenlernen durfte – mitunter gefragt, wie unsere süßen kleinen Racker reagiert hätten, wenn sie einmal einem „echten“ Kulla begegnet wären? Die Kerlchen wirken bei bloßer Betrachtung, wenn sie da so in ihren Bäumen und Astgabeln sitzen, ja noch ganz süß. So flauschig und puschelig! Aber wenn man näher an sie heran geht, wird einem der starke Duft von Eukalyptus nicht entgehen! Sie fressen nämlich ausschließlich einen ausgewogenen Mix an Eukalyptus Blättern und diese haben ein sehr starkes Öl, welches sich nach und nach im ganzen Koala ausbreitet. Das Öl der Blätter hat auch eine stark beruhigende Wirkung, so wie ein Barbiturat. Sie haben demzufolge eine Wirkung auf das Gemüt, wie sie manche Arzneistoffe auch haben, die Menschen verabreicht werden, damit sie ruhiger werden! Eukalyptus Blätter haben eine sedierende, hypnotische und zugleich narkotische Wirkung. Bei uns in Deutschland müssten sie eigentlich als Betäubungsmittel deklariert werden. In Australien auch, aber welcher Koala kennt sich denn schon mit den Betäubungsmittelgesetzen dieser Welt aus?

Deshalb sind die kleinen Botschafter ihres Landes auch ständig bekifft! Sie stinken und sind ziemlich dröge, keine guten Kriterien um als Favorit in die Herzen der Kinder dieser Welt aufzusteigen. Den ersten und einzigen Koala, den ich in meinem Leben im Arm hielt und mit geradezu dämlich verzücktem Mona-Lisa-Grinsen an mein Herz drückte, durfte ich 1988 bei unserer „Six-Pack“ Reise im Zoo von Sydney in die Arme nehmen. Gegen Geld natürlich! Der Kerl hatte – bevor die Photosession mit gut zahlenden Touristen begann – noch eine zusätzliche Spritze mit beruhigender Wirkung erhalten, damit er noch gelassener als je zuvor als „Knuddel-Tierchen“ in die Arme der Besucher aus aller Welt gelegt werden konnte. Nach zwei Stunden wurde er gegen einen frisch betäubten, anderen Koala ausgetauscht, weil die Wirkung der Droge dann nachließ. Und die konnten dort im Zoo ja nicht einen einzigen Koala den ganzen Tag lang niederspritzen, nur damit der Rubel weiter rollte. Als der Bursche dann in meinem Arm lag und meine Verzückung darüber sich langsam abschwächte, wurde ich dieses Geruches von Eukalyptus Extrakt gewahr. Ich konnte noch schnell einen Blick auf seine mächtigen Krallen werfen bevor er mir wieder aus dem Arm genommen wurde. Die Schlange der hinter mir auf ihr persönliches Koala-Photo wartenden Menschen war groß. Maximal 30 Sekunden lang konnte man sich in dem Gefühl sonnen, einmal einen „echten“ Botschafter eines Landes kennengelernt zu haben. Aber man sollte mit diesem extremen Eukalyptus Geruch klarkommen, sonst bestand Gefahr, sich Hals über Kopf in das flauschige Fell dieses echten Australiers zu erbrechen. Ein mörderischer Gestank. Diese Krallen waren in der Natur irgendwie größer als man das auf Bildern so wahrnahm! Man schaut den süßen Kerlen ja immer nur ins „Putti-Putti-süße“ Gesicht oder auf den lustigen Leib oder die schöne Zeichnung des Fells. Auf die Klauen guckt keiner und wenn, dann tröstet man sich damit, dass diese Kerlchen ja ganz oft die Bäume wechseln und nicht so elegant wie ein Eichhörnchen von Baum zu Baum springen können. Und auf so einen Baum kommt man mit großen Krallen sicher besser hinauf? Die schaffen das, immer, dieses Koalas, auch wenn jemand den Baum vorher mit Schmierseife eingeschmiert hat. Die Krallen können es richten. Wenn so ein Koala auch nur versuchen würde, von Baum zu Baum zu springen, würde das immer und todsicher in einer Katastrophe für den Koala enden – bei dessen Gewicht kann es auch tödlich für eine Person enden, die zufällig unter dem Baum steht, in welchem ein Koala gerade durch den Einfluss der hypnotischen Wirkung der vielen Eukalyptusblätter, die er zuvor gefressen hatte glaubt, ein Vogel oder ein Springbeutler zu sein und den Versuch einfach mal wagt. Ausgewachsene Koalas – dann sind sie zumeist männlich – können bis zu 15 Kilogramm schwer werden!

Man stelle sich nun das Kind in seinem Bettchen vor, wie es diesen Platz mit einem stinkenden, 15 Kilogramm schweren, zugekifften Koala teilen muss, der während der Nacht auch keinesfalls unter Albträumen leiden sollte! Denn dann könnte er das verängstigte Kind, welches mit solchem Bettgenossen garantiert keine Sekunde schlafen und die gesamte Nacht in die Ecke seines Bettchens gezwängt verbringen wird, mit seinen scharfen Krallen regelrecht filetieren! Wie können wir unsere Kinder nur so schamlos belügen? Und da so ein Koala immer „bekifft“ ist, weiß er mitunter auch nicht, was er eigentlich so treibt. Vielleicht waren die Koalas vor der Ankunft der Europäer ja gar keine Eukalyptus Blatt Fresser? Vielleicht halten sie die sie umgebende neue Realität einfach genauso schlecht aus wie das Volk der Aborigines? Die einen (die Ureinwohner) besaufen sich und die anderen (die Koalas) fressen jetzt Nahrung mit betäubender Wirkung! Dann würden wir überhaupt nicht wissen, wie Koalas in Wirklichkeit so sind! Und wenn sie dann im Rausch – aus welchen Gründen auch immer – von ihren Bäumen herab steigen irren sie mitunter wie Betrunkene durch die Gegend und verirren sich in Situationen, in die sie sich besser nicht verirren sollten! Das beste Beispiel dafür erlebte ich 1988 in einem kleinen Supermarkt im Süden, als wir mit der kleinen Gruppe einen Stopp eingelegt hatten um unsere Lebensmittelvorräte aufzufrischen. Als ich durch die sich automatisch öffnende Schiebetür trat, war in dem Laden mächtig Betrieb! Und es lag nicht daran, dass dort gerade besondere Schnäppchen angeboten wurden! Eine Koala-Dame hatte sich im Vollrausch in den Markt verirrt und saß, sichtlich verängstigt (die Wirkung ihrer Droge hatte wohl nachgelassen) in einem Gang zwischen den Regalen. Bezeichnenderweise in dem Gang mit den Schnaps-Regalen! Wenn der Mensch sich nicht immer so verhalten würde, wie er sich eben mal verhält, wäre die Koala-Frau sicher irgendwann wieder aus dem Laden verschwunden. Aber die Zahl der begeisterten „Gaffer“ versperrte ihr jede Möglichkeit, den Ausgang wieder zu finden. Eine motivierte Mutter, die ein etwa dreijähriges Kindchen auf der Hüfte sitzen und eine Schnappschuss Kamera in der Hand hatte, war gerade im Begriff, das Kind auf den Boden zu setzen und zu dem verängstigten Koala zu schicken, damit sie ein tolles Photo von den beiden würde machen können. Der Marktleiter (er war es wohl), der auf der anderen Seite des Koalas gerade versuchte, die Massen zu mobilisieren, damit sie aufhörten, das Tier weiter zu verängstigen, kam regelrecht angeflogen, hob das Kind hoch und drückte es der dazugehörigen Mutter wieder an die Brust! Er war recht wütend auf die Mutter und schimpfte, ob sie denn nicht bemerken würde, dass das Tier in Panik sei und sie könne sich doch sicher vorstellen, dass der Koala dann mit seinen scharfen Krallen überreagieren würde, wenn plötzlich ein Kind an seiner Seite auftauchen und sich zum Zwecke des gemeinsamen Photos an seine Seite drücken würde. Er machte diese über alle Kulturkreise hinweg bekannte Bewegung mit der flachen Handkante an der Kehle entlang. Die Mutter schien das nicht besonders zu beschämen? Gut, sie war noch sehr jung, vielleicht 21 oder 22 Jahre. In dem Alter ist man als Frau ja noch recht fruchtbar – sie hätte sicher noch weitere Kinder machen können!

Manche Plüschtiere sehen dem Original wenigstens ähnlich.

Alle Argumente, die ich bisher anführte, warum gerade der Koala nicht geeignet ist, um das Lieblingsstofftier unserer Kinder zu sein, sind nur „schwache“ Argumente. Wenn das Kind, welches wir jetzt bitte wieder in sein Kinderbettchen hinein imaginieren, welches noch immer mit angstgeweiteten Augen in der Ecke seines Bettchens sitzt und von einem stinkenden, 15 Kilogramm schweren, zugekifften Koala belästigt wird, dann auch noch in den Genuss einer Lautäußerung des Kolosses kommt, wird es den Rest seines Lebens in den Psychiatrien dieser Welt verbringen und sich nie mehr in den Tross der willigen, leistungsbereiten Menschen eingliedern können. Wenn jetzt zum Beispiel der stinkende, 15 Kilogramm schwere, zugekiffte Koala plötzlich von der Liebe zu träumen beginnt. Er – der Koala – würde dann sein Maul öffnen, dabei extrem schlechte Gerüche verbreiten, die allein schon das Kind in eine Ohnmacht führen würden (was gut für das Kind wäre, dann käme es um den Supergau drum herum) um dann Geräusche abzusondern die in etwa so klingen, als wären die Lautäußerungen eines seinen Machtanspruch untermauernden, hungrigen Alpha-Löwen und die Geräusche, die zwei Holzfäller mit einer gigantischen Säge verursachen wenn sie gerade mal wieder einen besonders großen Baum fällen, miteinander verschmolzen. Jeder einzelne Mensch, der vor seiner Reise nach Australien nicht schon den einen oder anderen Film über die Wunderwelt der dortigen Tiere gesehen hat und dabei erfuhr, welch abartige Geräusche so ein Koala von sich gibt, wenn er sein Territorium verteidigt oder schlicht Liebe im Sinn hat, erleidet ein schlimmes Trauma. Ich kenne kein von einem Tier abgegebenes Geräusch das verängstigender klingt als den Ruf des „Putti-Putti-süßen“ Koalas. Wer ist bloß dafür verantwortlich, dass dieses Tier so derart abartig brüllt? Wenn es herausgefunden werden sollte, muss demjenigen, der dafür die Verantwortung trägt, umgehend die Lizenz zur Schöpfung entzogen werden! Umgehend! Auf einer ganz besonderen Reise im Januar 2001 übernachtete ich einmal auf einem Campingplatz auf der Känguru-Insel. Meine damalige (später langjährige) Lebenspartnerin war keine Person, die sich mit dem Gedanken anfreunden konnte, ihren Leib fortgesetzt der Natur auszusetzen! Es hatte mich viel Überzeugungskraft gekostet, dass sie es doch einmal probieren sollte. Aber dann wenigstens auf einem Campingplatz, wo es noch den Anschein von Kultur und Zivilisation gab. Mitten in der Nacht kletterte ein auf Brautschau befindlicher Koala auf einen Baum, der direkt neben unserem Zelt stand und gab – einmal oben angekommen – ein albtraumhaftes, grausames und an schockierenden Tönen nicht mehr zu überbietendes Konzert! Gratis!! Schon nach dem ersten Ton, der mit gefühlten 200 Dezibel zu uns ins Zelt hinunter drang, stand meine damalige Lebensgefährtin – so weit das im Zelt eben möglich war – in Hab-Acht-Stellung. Ihr Augen waren von Angst erfüllt, ihre Reaktionen von tiefer Panik geleitet und ihre Stimme – gleich um drei bis vier Tonlagen erhöht – zitterte. Es dauerte geschlagene drei Minuten, bis ich sie wieder eingefangen und ansatzweise beruhigt hatte. Und wir waren auf diesem Campingplatz nicht allein! Es war Januar und Weihnachtsferien in Australien. Der Platz war gut gebucht und aus den anderen Zelten hörte man ähnlich panische Stimmen oder wenigstens Reaktionen. Reaktionen wie das in Down Under oft verwendete „bloody hell“ oder ein stöhnendes „Oh no“. Da war plötzlich Rabatz auf dem Platz! Eine Welle des Aufruhrs erfasste alle Zelte und auch die, die glaubten in einem Wohnmobil auf der sicheren Seite zu sein, wurden von diesem infernalischen Krach geweckt, öffneten die Türen ihrer rollenden Wohnzimmer und brachten mit fragenden Ausdrücken wie „what the f…..“ ihre Verwunderung und ihren Protest zum Ausdruck.

Und die Geräusche sind die eine Sache, nur eine gerade noch zu ertragende Sache! Was aber jedem Kind dieser Welt, das – von typisch menschlicher Blindheit geschlagen, die schon in den frühen Jahren anerzogen werden muss, damit der Nachwuchs funktioniert – später einmal nicht zu einem/r von abartigen Zwängen geleiteten Massenmörder/-in werden soll, unbedingt verweigert werden muss, ist der Moment (und die Momente die sich daran anschließen), wenn sich zwei paarungswillige Koalas treffen oder – was dann wirklich die Spitze des Eisbergs darstellt – wenn ein paarungswilliges Männchen ein „nicht“ paarungswilliges Weibchen trifft, welches vielleicht noch seinen Nachwuchs vom letzten Paarungsakt auf dem Rücken durch die Welt trägt. Merde, was die „Putti-Putti-süßen“ Plüschtiere dann so miteinander treiben, könnte dazu führen, das ausgefuchste Misanthropen sich zu Liebhaber/innen des Menschen verwandeln so brutal und beschämend ist das, was „Kulla“ dann so treibt! Wenn sie „willig“ ist, dann geht es ja im Prinzip noch! Wobei das dann beginnende Spektakel nur von Menschen verkraftet wird, die leidenschaftlich gern Horrorfilme anschauen, in denen Menschen zersägt und enthauptet werden. Die Kulla Dame kann nämlich in solchen Situationen genau so brüllen, wie das männliche Gegenstück, welches sich ihr nähert! Das Männchen weiß nämlich, was es jetzt zu tun hat: es muss in der Lage sein, das Weibchen brutalst zu vergewaltigen! Um seinen Anspruch auf den Geschlechtsakt zu untermauern, schlägt er ihr erst einmal die Krallen ins Fleisch. Blutige Wunden sind bei Koalas im Liebesrausch nämlich eher die Regel als die Ausnahme! 50 shades of grey? Kloppt es in die Tonne! Basic instinct? Ein Armutszeugnis! Alles zum vergessen, was der Mensch in seinem Wahn sich so alles ausdenken kann! Sicher! Vielleicht könnten wir Bezüge zu unserer eigenen Spezies herstellen, wenn wir uns in die Steinzeit zurück imaginieren? Der Steinzeitmann mit seiner Keule, die er der Steinzeitfrau über die Birne kloppt und sie dann halbtot in seine Höhle schleppt vielleicht? Wäre nah dran, aber einen entscheidenden Unterschied gäbe es: die Steinzeitfrau würde sich nicht in einem blutigen Kampf der Keulen mit dem Manne messen können, da sie – hinterrücks überfallen – gar keine Möglichkeit mehr hätte, sich zur Wehr zu setzen. Die Koala-Dame kann aber als eine Art „germanische Walküre“ verstanden werden. Eine die durchaus bereit ist, sich vergewaltigen zu lassen, falls ihr auserkorener Vergewaltiger in der Lage ist, sie zu überwältigen! Survival of the fittest? Wenn er ihr zwei oder dreimal mit den Krallen eine übergezogen und sie derbe angebrüllt hat, geht die Dame zum Gegenangriff über. Sie schlägt nun ihrerseits ihm die Krallen ins Fleisch, gerne auch mal ins adrette Koala-Gesicht. Das kann über Stunden so gehen, je nachdem wie stark der Trieb zum Vermehrungszwang in der betreffenden Koala-Frau angelegt ist. Schon wenn sie ihm ihre Krallen ins Fleisch gewuchtet hat, scheiden sich die Koala-Geister. Unerfahrene Männchen, die noch nicht geübt darin sind, ihre Weibchen brutal zu vergewaltigen, geben mitunter sofort auf, wenn ihnen wehgetan wird. Die enttäuschten Koala-Damen schauen den sich verabschiedenden Jung-Männern hinterher, sind traurig und meinen wohl, es mit einem rechten Softie zu tun bekommen zu haben, der noch viel lernen müsse, um ein gestandenes Koala-Mannsbild zu sein!

Obwohl die Originale ihre Augen häufiger geschlossen haben

Die Liebenden brüllen sich an und wenn das „Liebesspiel“ (meine Güte wie erregend!) dann in die letzte Runde geht und er nun all ihre Attacken weggesteckt hat, dann brüllen sie sich – Gesicht dem anderen Gesicht zugewandt – minutenlang an. Ich würde gerne einmal wissen, wie hoch der Grad der olfaktorischen Belastung ist, wenn der Odem der beiden Tiere sich zu einem wahrenden Höllenduft vermischt. Noch ist er aber nicht am Ziel, denn die eigentliche, die Art erhaltende Vergewaltigung muss erst noch vollzogen werden! Im Schlussakkord kommt dem Männchen dann seine körperliche Überlegenheit zugute! Er reißt und zerrt an seiner auserwählten Walküre derart brutal herum, dass so manche Weibchen schon aus großer Höhe auf den Boden fielen, sich schwer verletzten oder gar dabei starben. Sie wehrt sich nach Kräften, beißt kratzt, brüllt und windet sich. Je dominanter und kräftiger der Koala-Bulle dann seine Dominanz ausübt und seinen Willen einfordert, desto schneller gibt sie den letzten Widerstand auf und fügt sich in ihr Schicksal! Was aber nicht bedeutet, dass sie sich bei der eigentlichen Verschmelzung nicht doch noch zu ihrem „Partner“ umdreht und ihm eine auf die Zwölf haut. Es kann dadurch im letzten Moment noch zu einer Art Coitus interruptus kommen, wenn das Männchen diese Schläge und Verletzungen, während es in Ruhe kommen will, nicht verträgt. Nur die Männchen die gelernt haben, auch unter Schlägen und Schmerzen zu ejakulieren, kommen in der Neuverteilung der Bausteine des Lebens ihrer Art zum Ziel. Ein harter Weg und ich bin froh, kein Koala sein zu müssen! Nur der, der es aushält, darf ran und sie befruchten. Safer Sex wird deshalb für Koalas nie eine Rolle spielen! Aber es gibt noch eine Steigerung! Wenn das Weibchen in den Fokus eines liebeskranken Männchens gerät und absolut nicht zur Paarung bereit ist, wird es eng! Meistens für das Jungtier, welches die Mutter durch die Gegend schleppen muss. Bei diesen Zusammenkünften wird die Koala-Mutter sehr froh darüber sein, dass ein paar von Krallen bewehrte Schläge von ihr ins Fleisch des sich annähernden „Romeos“ diesen zur Flucht veranlassen, weil er eben noch kein „gestandenes Koala-Mannsbild“ ist! Hat sie aber Pech und trifft sie dabei auf den „Alpha-Rüden“ oder den „Platzhirsch“, der nur noch von Vermehrungsphantasien geleitet wird und jegliche Empathiefähigkeit verloren hat, dann muss sie um ihr Leben und das ihres Jungtiers kämpfen! Männliche Lebewesen aller Arten sind ja dafür bekannt, dass die Leistungen ihre Gehirne massiv nachlassen, wenn sie den Paarungs-Tunnelblick drauf haben. Mir persönlich sind auch einige Mit-Männer bekannt, bei denen sich in solchen Zuständen der „verzweifelten Suche“ die Anzahl der funktionierenden Synapsen im Gehirn auf eine oder zwei reduzierte. Wenn sie mit ihren glasig gewordenen Blicken der „Beute Frau“ hinterher hechelten, hatten sie nach meinem Verständnis einen Intelligenzquotienten von maximal 2-3! Ein Milchbrötchen hat im Vergleich dazu einen von 5 und eine durchschnittliche Straßenbahn einen von 7! Vermehrung hat in der Evolution also Formen angenommen, die meines Erachtens stark verbesserungsbedürftig sind! Das zumindest, kann doch kein hochintelligenter „Schöpfer“ gewollt haben?

Was den „Akt“ bei einer Vermehrungsunwilligen Koala-Dame von dem normalen „Akt“ unterscheidet ist, dass „er“ trotz aller mannhafter Brutalität bei ihr nicht zum Zug kommen wird, zumindest nicht in Bezug auf erfolgreiche Vermehrung. Auch bei den Koalas ist es so, dass das empfangsbereite weibliche Tier Botenstoffe absondert, die dem Männchen in die Nase steigen. „Will“ sie nicht, gibt es auch keinen Duft von ihr. Und das Männchen muss schon sehr arrogant und gleichzeitig selbstbewusst und dazu mit einem extrem reduzierten Intelligenzquotienten daherkommen, dass es trotzdem seine „Lust“ über die Verantwortung zur Arterhaltung stellt. Im Prinzip alles wie beim „offiziellen“ Liebesspiel, nur noch viel brutaler und sie wehrt sich wesentlich vehementer! Vielleicht gibt es ja auch kranke und entartete Koalas so wie es bei uns Menschen kranke und entartete Männer gibt die meinen, dass eine Frau JA meinen würde, auch wenn sie NEIN sagt? Solche Männer sind nicht nur strunzend dumm, sondern auch extrem gefährlich. Solche Koalas vielleicht ebenfalls? Wenn die Vergewaltigungsorgie gelingt und das Weibchen nach verzweifelter und massiver Gegenwehr doch noch ihrem Peiniger gestatten muss, sie zu penetrieren, dann hat sie zu diesem Zeitpunkt mitunter ihr Jungtier verloren oder ist schwer verletzt. Auch mache der Jungtiere sterben dabei. Was aber den gefühlt tragischen Unterschied zur normalen Vergewaltigung ausmacht: das Weibchen leidet anschließend, es jammert in einer Tour und wenn es danach auf den Boden kommt, sitzt es oft für Minuten apathisch am Baum und gibt klagende Laute von sich. So kommt es wenn man in einer von Männern für Männer gemachten Welt lebt. Und ihr schenkt euren Kindern Koala-Stofftiere? Da könnte doch wesentlich authentischeres geschenkt werden? Schnappi zum Beispiel, das Krokodil! Aber schenkt keine Tasmanischen Beutelteufel, die sind in ihrem Liebesspiel fast genauso schlimm, haben aber eine emanzipierte Variante eingebaut! Auch bei denen „muss“ das Männchen das Weibchen erst besiegen und darf erst danach (dann hält sie auch ruhig und „er darf machen was er will) zur Vermehrung schreiten, aber wenn „es“ vorbei ist und der Knabe (das Männchen) nochmals einen Nachschlag möchte, ist Schluss mit lustig! „Sie“ wird dann nämlich zur Furie und derartig böse und kratzbürstig, dass das körperlich überlegene Männchen nicht die Spur eine Chance hat, sich gegen das „Teufelsweib“ (im wahrsten Sinne des Wortes) durchzusetzen. Verlässt er ihre Höhle nicht, wird sie ihn töten! Und da auch Tasmanische Beutelteufel Männchen gerne leben, gelingt die Vertreibung auch in der Regel.

Häkeln kann man sie auch!

Und das vor die Höhlentür tretende Tasmanische Beutelteufel Männchen wird sofort nachdem es den ersten Schritt ins Licht getan hat erkennen, warum seine Partnerin keine Lust darauf hatte, das Spiel der Liebe fortzusetzen: vor der Höhle lungern bereits weitere teuflisch gut gelaunte Männchen, die nur darauf warten dass einer rauskommt, damit sie an die Reihe kommen können! Das Weibchen trägt nämlich einen Instinkt in sich, der den Macho-Männer-Menschen keinesfalls gefallen dürfte! Sie will so viele Partner wie möglich haben um ihre eigenen Gene so gut es eben geht, zu streuen! Dafür darf sie der nächste Anwärter auch gerne vergewaltigen sie wehrt sich wieder entsprechend – Tradition ist eben mal Tradition – und dann darf der nächste ran! Dann der nächste und wieder der nächste und immer so weiter bis alle Buben bei ihr in der Höhle waren. Dann sperrt die Tasmanische Beutelteufel Dame die Tür zu und ein paar Wochen später zählt sie den Nachwuchs! Und dass der Papa nicht dein Papa ist? Stört die Männchen nicht, ist ihnen schnurz-piep-egal, die wollen nur zum Zug kommen. So wie manche Männer-Menschen eben auch! Aber zurück nach Adelaide in die Rundle Mall. Beim Verlassen des Geschäftes trug ich also nun einen 1,30 Meter großen und entsprechend voluminösen Vergewaltiger vor mir her. Nicht dass ich in diesem Moment ausgerechnet daran gedacht hätte. Ich machte mir viel mehr Sorgen darum, wie die mittlerweile von mir getrennt lebende Mutter des zu beschenkenden Mädchens auf diesen Kaventsmann reagieren würde. Später habe ich erfahren, dass sie die Tochter morgens immer unter dem Koala suchen musste. Wäre ein Tipp für gestresste Eltern: kauft eurem Nachwuchs besonders große Stofftiere und erlaubt ihnen, diese mit ins Bett zu nehmen! Die sind morgens wesentlich länger ruhig, wenn sie darunter verborgen liegen. Manche sollen sogar erst gegen Mittag aufwachen (wenn man sie nochmal wiederfindet). Ich habe deshalb meiner jüngeren Tochter später eigens einen ebenso gigantischen (Gleichbehandlung muss schon sein) Löwen aus Südafrika mitgebracht, der im Kinderbettchen seine Wirkung nicht verfehlte.

Bleiben wir in Adelaide: sofort nachdem ich mit dem Koala aus dem Laden auf die Straße trat, gab es die ersten verzückten Reaktionen. Menschen aller Altersklassen, Ethnien, egal ob Australier/-innen oder Touristen/-innen gaben Töne des Erstaunens und der Bewunderung von sich. Kinder traten mit seligem Lächeln an mich heran und baten darum, „ihn“ einmal anfassen zu dürfen. Sie durften, die kleinen Bazillenschleudern, denn Corona war Jahr 1997 noch kein Problem. Schon auf den ersten einhundert Metern war „er“ etliche Male photographiert, getätschelt und bewundert worden. Ich lernte schnell, dass so ein Koala aus Stoff in dieser Größe, der auch noch von einem erwachsenen Mann vor sich her getragen wurde, Panzerglas zersprengen und dickstes Eis brechen kann. Nur mit Mühe und viel Not erreichten wir unser etwas außerhalb abgestelltes Fahrzeug wieder. Kurz bevor ich „ihn“ in den Kofferraum quetschen konnte, kam noch ein kleiner Junge angesprungen und hüpfte wie ein Känguru (war wohl ein australischer Junge?) an „ihm“ und mir hoch und runter. Als die besorgte, dazugehörige Mama uns erreichte, tadelte sie mich dafür, dass ich ihrem Sohn dieses Stofftier gezeigt hätte (hatte ich doch garnicht), denn jetzt würde sie keine ruhige Minute mehr vor ihm haben, weil er sicher auch so einen großen Koala würde haben wollen! Leute gibt’s, die gibt’s garnicht! Dann hätte sie ihren Filius-Sohn eben mal bei einer Koala-Paarung zuschauen lassen sollen! Danach wäre dem Knirps im Traum nicht mehr eingefallen, sich einen Stoff-Koala zu wünschen! Das wahre Leben kann sehr edukativ sein. Danach hätte der wie ein Känguru springende kleine Kerl sich nächtens wohl lieber eine ausgewachsene Boa constrictor um den Hals gelegt als seine Bettstatt mit einem Koala zu teilen. Ganz im Ernst: viele der Stofftiere in den Betten unserer Kinder führen eine Art Doppelleben! Nach außen hin süß, mit Kinderaugen-Blicken oder dem bekannten „lieben Gesicht“, innen aber brutale Wesen, die die Entwicklung des Nachwuchses schädigen können. Sind alle irgendwie bipolar gestört, diese Stofftiere. Gespaltene Persönlichkeiten! Natürlich bleibt der Klimawandel das größte Problem der Menschheit, aber dass man die Koalas und andere Stofftiere aus den Kinderbetten rauskriegen muss, sollte gleich an zweiter Stelle stehen: noch vor Corona!

Wir fuhren zurück zu unserem Campingplatz und dort angekommen ließ ich „ihn“ zur Sicherheit erst einmal im Kofferraum, bis wir alles für das geplante „Koala-Shooting“ vorbereitet hätten. Damit wollte ich dem ursprünglichen Wunsch meiner Tochter, der da lautete, dass ich den „größten mir begegnenden Koala“ möglichst gleich am ersten Tag kaufen sollte und ihn dann regelmäßig hätte ablichten sollen, damit er zuhause seine eigene Reisegeschichte erzählen konnte, entsprechen. Diesem Ansinnen meines Kindes hatte ich mit guten Argumenten widersprochen. Aber jetzt war „er“ nun mal in unser Leben getreten und so sollten wenigstens am letzten Abend noch eine paar Bilder von dem Riesen rund um unser Zelt entstehen. Als er dann aus dem Kofferraum geholt und in Position gesetzt wurde, kamen wieder etliche Personen aus der Umgebung mit verzückten Gesichtern zu uns gelaufen, um den putzigen Riesen ebenfalls abzulichten. Mamma mia! Am nächsten Tag war es an der Zeit, mich von meinen beiden übrig gebliebenen Mitreisenden zu verabschieden. Meine Damen versuchten noch am Abend vor meiner Rückreise, das extrem voluminöse Stofftier in einen Koffer zu quetschen, was gründlich misslang. Ich war also gezwungen, ihn unter meinem Arm mit zum Ticket Schalter zu nehmen und ihn als Sperrgepäck aufzugeben. Schon der Weg zum Ticket Schalter wurde ein Albtraum. Vor allen Dingen die in großer Zahl auf dem Gelände befindlichen japanischen Touristinnen waren regelrecht verzückt (von „ihm“ und nicht von „mir“) und stoppten immer wieder meinen Schritt, weil sie Photos machen wollten. Dreimal musste ich ein Gruppenphoto mit asiatischen Damen und Koala über mich ergehen lassen, bevor ich den Mann am Ticket Counter endlich erreichte um mich für den Heimflug einzubuchen. Sperrgepäck? Nein, das würde nicht gehen! Entweder war der Mann auf der anderen Seite des Schalters, dem ich diese Frage gestellt hatte schwul, oder kein richtiger Mann! Er meinte nämlich dass man diesen wundervollen Kerl doch nicht in den Frachtraum sperren könnte! Das Flugzeug sei nicht ausgebucht und es gäbe einige freie Plätze, er würde eine Zweierreihe nur für mich und meinen Koala reservieren, dass würde schon gehen und die Kinder im Flugzeug hätten dann wenigstens etwas zum sehen und staunen! Wow! Eine eigene Reihe und auch einen eigenen Sitzplatz für „Kulla“? Damit hatte ich nicht gerechnet, niemals! Also gab ich das restliche Gepäck auf und – da ich noch ein gutes Zeitpolster hatte – machte mich auf den Weg durch die verführerischen Auslagen der Geschäfte. Aber ich kam nicht weit! Immer wieder wurde ich auf „ihn“ hin angesprochen, immer wieder Photos, immer wieder sehnsuchtsvoll blickende Kinderaugen.

Sie schlafen auchin den Zoos ziemlich oft – und sie stinken

Davon kann man auch berechtigterweise mal die Schnauze voll haben! Es ging ja immer nur um „ihn“ und nicht um „mich“! Also suchte ich mir eine freie Bank mit Blick über das Innengelände des Flughafens, setzte „ihn“ neben mich, legte meinen Arm um ihn und beobachtete sie Szenerie. In der Mitte meines Sichtfeldes war etwas unüblich! Dort stand eine große Menschentraube und ich erkannte mit geübtem Blick schnell, dass dort auch Stative standen, auf denen große und schwere Kameras befestigt waren. Ein Filmteam? Einer der Männer aus der Menschentraube, der einen Zettel (das Skript) in der Hand hatte löste sich und kam auf mich zu. Bald schon war klar, dass er „mich“ meinen würde und nicht „ihn“. Oder sollte ich mich getäuscht haben? Er kam direkt auf mich zu, stellte sich mit „Matt“ vor und gab zu verstehen, dass sie gerade an einer Folge einer „Daily Soap“ für das australische Fernsehen arbeiten würden. Er und seine Kollegen hätten mich mit dem großen Koala zusammen hier sitzen sehen (also doch wieder „er“ und nicht „ich“ – ich hatte es befürchtet) und sich überlegt, ob sie mal fragen sollten, ob wir zwei (der Koala und ich) nicht Lust hätten, in einer der Szenen zu erscheinen! Wie „Daily Soap“ Folge? In Deutschland hätte ich dieses Ansinnen brüsk abgelehnt, ich hätte schließlich einen Ruf zu verteidigen gehabt, aber hier, im fernen Down-Under, kannte mich doch keiner. Also? Ja, und was sollten „er“ und „ich“ nun tun? Der Koala und ich wurden instruiert: wir sollten einfach nur so da sitzen und weiterhin so in die Gegend gucken wie bisher. Wir sollten uns nicht darüber wundern, dass plötzlich jemand von hinten an uns herantritt (der Darsteller der „Daily Soap“), kurz innehält, dem Koala den Kopf streichelt (also nicht mir?) und weitergeht. Das ganz würde nur maximal 6 – 8 Sekunden dauern und die dabei entstandenen Aufnahmen würden dann überall am nächsten Tag in Australien zu sehen sein. Kein Problem, ich war ja irgendwie schon lange so etwas ähnliches wie ein „öffentlicher Mensch“. Die Szene wurde abgefilmt, Koala und ich guckten einfach so herum wie bisher, der Schauspieler trat an uns heran, stoppte, streichelte den Kopf des Koala und ging wieder. Und am übernächsten Tag waren sowohl „er“ als auch „ich“ in einer Folge einer „Daily Soap“ im australischen Fernsehen zu sehen! Mitbekommen habe ich das aber nicht, ich war schon wieder zuhause in Deutschland. Ich habe nochmal mit diesem „Matt“ telefoniert und er hat es mir versichert, dass sie sich diese Szene nicht hätten entgehen lassen, weil er doch so klasse wirken würde, der KOALA!

Die Wartezeit am Gate wurde natürlich auch wieder zu einem Schaulaufen! Alle dort sitzenden Kinder kam angesprungen und schmusten sich an den Kerl dran. Zum Glück haben sie ihn vor lauter Freude nicht eingespeichelt, sonst hätte ich einschreiten müssen. Die dazugehörigen Muttis schauten alle ganz versonnen und die eine oder andere warf selbst mir einen liebevollen Blick zu. Sie fanden es wohl toll, das ein gestandenes Mannsbild sich nicht zu Schade dafür war, einen solchen Stoff-Riesen durch die Gegend zu befördern? Und in dem Moment dachte ich daran, dass das Leben doch durchaus auch als spaßig verstanden werden kann! Ich wollte von nun an darauf bestehen, dass es „mein“ Koala sei und dass ich „ihn“ schon seit Jahren aus alle meine Reisen mitnehmen würde. Dass er sozusagen mein ständiger Begleiter sei, so wie der imaginäre Riesenhase in dem Film „Mein Freund Harvey“ mit James Stewart in der Hauptrolle, den ich als Kind einmal gesehen hatte und der nachhaltigen Eindruck bei mir hinterließ. Drauf gebracht hatte mich eines der kleinen Mädchen, die am Gate besonders renitent immer wieder zum Koala griff, ihn gar fortschleppen wollte mit der Begründung, dass er jetzt ihr gehören würde. Ich konterte und gab zu verstehen, dass er meiner sei, nicht ihrer. Diese Geschichte gedachte ich auf dem Rückflug auszuwälzen, wenn nötig auch in epischer Breite! Tatsächlich wartete im Flugzeug eine eigene Reihe mit drei Plätzen auf „ihn“ und mich! Alle Kinder verfolgten mit ihren Blicken genau, wohin ich denn mit ihm verschwinden würde und großes Gejohle setzte ein, als der Bursche seinen eigenen Platz am Gang erhielt. Die für unsere Reihe zuständige Stewardess kam auch sofort eilends hinzu und bestand – mit einem Mona-Lisa-Lächeln im Gesicht – darauf, dass er aber auch ordentlich angegurtet werden müsse. Sie ließ es sich nicht nehmen, ihn höchstselbst anzuschnallen. Dann stand sie vor uns, dem Koala und mir, und meinte, dass „er“ doch sicherlich gerne einen Sekt zur Begrüßung trinken würde? Und ich könnte dann „ja auch“ ein Gläschen bekommen, damit er nicht so alleine trinken muss. Gesagt, getan, sie sprang davon, eilte in die Business Class und kam mit einer Flache Champagner und zwei Gläsern zu uns zurück. Nochmals WOW! Das so etwas in der Economy nicht üblich wäre, würde ich sicher wissen, aber so illustre Gästen, wie der Koala nun mal eben einer war, wurden auch in der Holzklasse gewisse Privilegien gewährt! Na da war ich aber froh, dass ich in seiner Begleitung reiste und deshalb ebenfalls in den Genuss der gewährten Privilegien kam.

Die Flasche Champagner hat sie dann zur Sicherheit gleich mal dagelassen, falls der Koala noch ein zweites Gläschen würde trinken wollen. Hätte ich denn wissen können, dass der Kerl Anti-Alkoholiker war? Ich kannte ihn doch erst seit gestern! Also habe ich die schwere Arbeit, die Flasche Champagner zu leeren, ganz alleine übernehmen müssen. Den Start habe ich noch mitbekommen, aber dann fiel ich in eine gewisses Loch, welches sich über einen Zeitraum von mehr als zwei Stunden erstreckte. Als ich wach wurde, war er weg, der Koala! Ja sapperlot, das ging nicht zu mit rechten Dingen! Erst dachte ich, dass eines der anwesenden Kinder ihn entwendet haben könnte, aber nachdem ich von meinem Liegeplatz aufgesprungen war, kam eine weitere Stewardess auf mich zu gesprungen und erklärte mir, dass ihre Kollegin den Kerl mal kurz entführt und in die anderen Sitzplatz Kategorien verschleppt hätte, weil dort ebenfalls Kinder säßen und die Kolleginnen aus der ersten Klasse wie aus dem Business Bereich um einen kurzen Besuch gebeten hatten. Sie würde bestimmt gleich zurück kommen ich müsse mir keine Sorgen machen. Zu diesem Zeitpunkt brummte mir zwar noch der Kopf ob des Genusses einer kompletten Flasche Champagner, aber ich konnte mein schauspielerisches Talent trotzdem abrufen. Ich gab vor, in größter Sorge um meinen „alten Reisegefährten“ zu sein, weil ich noch nie länger als ein paar Minuten von ihm getrennt gewesen wäre. Die Stewardess verfügte offensichtlich auch über ein gewisses schauspielerisches Talent, denn nachdem sie mit gespielt bestürzter Miene meinem Vortrag gelauscht hatte meinte, sie, dass sie dann – wenn das so wäre – natürlich sofort kurz vor zu ihrer Kollegin gehen müsse um den Koala wieder rückzuführen. Sie fragte noch ob es in Ordnung wäre, wenn sie mir und dem Koala aus der ersten Klasse eine weitere Flasche Champagner zur Wiedergutmachung mitbringen würde? Das war doch mal ein Wort! Der Flug würde ja noch eine Weile dauern und so eine gebunkerte Flasche Champagner konnte dann sicher hilfreich sein. Ich stimmte zu!

Sie stinken trotzdem, auch wenn sie lieb gucken können!

Die zweite Flasche Champagner konnte ich leider nicht wie geplant verstecken, weil die beiden nun vereint am Gangplatz stehenden Stewardessen – nachdem sie den Putzi-Koala wieder angeschnallt hatten – darauf bestanden, dass er und ich aufgrund der entstandenen Belastung unserer Seelen, weil wir so lange voneinander getrennt wurden, jetzt und sofort unseren Schmerz mit einem weiteren Glas Champagner würden runterspülen müssen. Sie öffneten die Flasche, füllten die beiden Gläser, klappten die Tische heraus und ließen die zweite Falsche „zur Sicherheit“ mal bei uns, während die eine Dame die leere erste Flasche unter dem Sitz hervorholte und mit einem Augenzwinkern damit in Richtung Kücheneinheit verschwand. Immer wieder kamen Kinder vorbei, meine Stimmung stieg und die beiden nächsten Flaschen Champagner leerte ich ebenfalls noch deutlich vor der Ankunft in Singapore, wo eine Zwischenlandung eingeplant war. Es war wohl nicht viel Betrieb in den höheren Klassen? Als der Flieger zum Landeanflug ansetzte, war mir recht blümerant zumute! Zum Glück für mich und alle die mich in solchem Zustand kennenlernen, bin ich dann aber immer der sanftmütigste Mensch unter der Sonne – auch in der Nacht. Ich schnappte mir meinen Koala und wusste, dass es beim Weiterflug eine Veränderung geben würde, da ich bereits am Ticketschalter in Adelaide erfahren hatte, dass der Service, dem Koala und mir eine eigene Reihe zu geben und ihm einen richtigen Sitzplatz, aufgrund der Buchungssituation im Flugzeug ab Singapore nicht mehr möglich sein würde. Für den Weiterflug nach Frankfurt musste demnach eine alternative Lösung gefunden werden? Ich hatte mich mittlerweile in der mir selbst verordneten Rolle, dass „er“ immer und überall mein ständiger Begleiter sei, bereits so sehr verloren, dass es mir Schmerzen verursachte wenn ich darüber nachzudenken begann, dass er am Ende tatsächlich in die Kofferablage würde gequetscht werden müssen! Aber noch war nicht alles verloren, erst musste ich mit dem Burschen hinaus um uns die Zeit am Airport zu vertreiben. Egal ob Flughafen Adelaide oder Flughafen Singapore! Kinder und asiatische Touristengruppen sind überall gleich! Sehnsuchtsvolle Blicke, verzückte Schreie, stummes Staunen über die schiere Größe des Koalas, auch hier, auch in Singapore. „Er“ und ich fanden kein ruhiges Plätzchen, höchstens auf der Herrentoilette, aber dort wollte ich nicht unbedingt drei Stunden verbringen. Ich gönnte mir an einer der dortigen Bars zwei doppelte Espresso um wieder in einen Zustand zu kommen, der mich wenigstens zum Teil wieder in die Lage versetzt hätte, wie ein normaler Mensch zu wirken. Ein bisschen etwas tat sich auch in der gewünschten Richtung, aber nicht genug!

Ich wandelte gerade auf einer der breiten „Hauptstraßen“ des Konsumtempels „Flughafen Singapore“ als mir in einiger Entfernung eine sehr große und über alle Maßen attraktive Frau auffiel. Das besondere war, das rechts und links neben ihr zwei Männer im Anzug liefen, die einen gewissen Sicherheitsabstand zu ihr hielten und dadurch den Eindruck erweckten, dass sie nicht zu ihr gehören würden, aber irgendwie für sie Verantwortung trugen. Die beiden Männer sorgten auch dafür, dass niemand an sie herankam, denn einige Personen waren verzückt stehengeblieben und hatten sie mit staunenden Blicken angeschaut und das, obwohl sie keinen übergroßen Koala vor sich her trug! Die beiden Männer waren wohl ihre Leibwächter? Aber wer zum Teufel war diese Frau? Sie kam näher und ich konnte bemerken, dass sie – auf ihren hohen Absätzen laufend – so ziemlich meine Größe hatte! Ich war (zu viel Information kann durchaus manchmal gut sein) zu dieser Zeit noch 1,97 Meter groß und überragte die meisten meiner Zeitgenossen deutlich, vor allen Dingen hier, in Asien! Schon allein deshalb war es verwunderlich, dass da jemand seinen Weg auf mich zu nahm, der mir Auge in Auge gegenübertreten konnte, und dabei sogar weiblich war. In meinem koala-ähnlich bedröhntem Zustand mühte ich den Rest meiner mir verbliebenen Synapsen im Gehirn um Klärung. Sie war eine schöne Frau, ohne Zweifel, aber als Modell schien sie mir eine Spur zu alt zu sein. Modeschöpferin vielleicht? Und sie lenkte ihre Schritte ganz ohne Zweifel auf „ihn“ und mich zu. Kurz bevor sie uns erreichte, gab sie dem einen Mann neben ihr ein Zeichen. Ich habe es so interpretiert, dass es schon in Ordnung sei, was sie jetzt gleich machen würde und dass er sich nicht wie ein Löwe würde auf mich und meinen Stoff-Begleiter würde stürzen müssen. Dann stand sie unmittelbar vor mir, lächelte ein zauberhaftes Lächeln, streichelte den Kopf des Koalas und meinte: „that thing is great“. Aber sie beließ es nicht dabei, sondern führte ihre Hand zu meiner Wange und zwickte mich leicht und zwinkerte mir mit einem Auge zu. Dann schwebte sie davon, begleitet und beschützt von ihren Begleitern. Da einige Personen um mich herum ihr mit beseelten Blicken hinterher schauten und ganz vergessen hatten meinen Koala zu bewundern, hielt ich es für eine gute Idee, mal jemanden zu fragen, wer die große, schöne Frau gewesen sei! Der entgeisterte Blick der jungen Dame, der ich genau diese Frage stellte, ließ mich wie einen absoluten Volltrottel aussehen! Sie hätte auch laut aufschreien können, ob ich denn noch alle Latten am Zaun haben würde, weil ich „sie“ nicht kannte! Ja, gut! Und wer war sie nun? Es war Rachel Hunter, ein internationales Topmodell und zu dieser Zeit die rechtmäßig angetraute Ehefrau des noch viel bekannteren Sängers Rod Stewart! Na sowas? Sollte ich mich jetzt vielleicht nie mehr waschen an meiner linken Wange? An der Stelle, an der sie mich kniff? Sie hatte es ja am Ende doch nur auf meinen Koala abgesehen und weniger auf mich! Es störte also meinen Geist nicht sonderlich dass ich diese Person zwar irgendwie gekannt, aber in direkter Konfrontation nicht erkannt hatte. Jeder Mensch hat den absolut selben Wert für mich. Ich erzähle diese Episode trotzdem gerne mal, weil es viele Menschen gibt, die in ehrfürchtiges Staunen verfallen wenn man sagt, dass man mal „irgendwo“ unter „irgendwelchen“ Bedingungen einen Promi getroffen hat! Also liebe Freunde und Ätsch-Bätsch! Ich wurde mal von Rachel Hunter in die linke Wange gekniffen! Und jetzt kommt ihr!

Ob Rachel Hunter mich auch gekniffen hätte, wenn ich den im Arm gehabt hätte?

Irgendwann war die Wartezeit mal vorbei. Wir wurden aufgefordert zum Gate zurück zu kommen und dort wurde „ihm“ (Rachel Hunter war ja nun nicht mehr dabei) wieder viel Aufmerksamkeit zuteil. Ich hatte die Geschichte vom „ständigen Begleiter“ den ich niemals zuhause lassen würde, weiter kultiviert und meine sukzessiv einsetzende Ausnüchterung hatte mir auch wieder meine sprachlichen Möglichkeiten zurückgebracht. Als ich mich brav in die Reihe der Wartenden gestellt hatte um einer ungewissen Zukunft für meinen Koala entgegenzusehen, zuppelte plötzlich jemand an meinem Hemd. Ich drehte mich um und sah erst einmal niemanden. Es zuppelte aber weiter und erst dann bemerkte ich eine sehr kleine erwachsene Frau, die mit einem Blick, der voll von Bewunderung (eindeutig für mich und nicht für den Koala) war, zu mir aufblickte. Sie meinte – ich übersetze den Text gleich, sie war US-Amerikanerin -, dass sie es außerordentlich und großartig finden würde, dass ich meinen ständigen Begleiter in der Öffentlichkeit präsentieren und absolut zu ihm stehen würde. Sie hätte nicht gedacht, dass ein Mann dazu fähig wäre. Weil? Weil sie seit Jahren einen festen Freund habe, der so eine ähnliche Beziehung zu seinem rosafarbenen Stoffschweinchen hätte, dass sie aber so traurig darüber wäre, dass er dieses Stofftier immer verbergen würde. Nie würde er öffentlich dazu stehen. Er würde es immer in einer Tasche ganz dicht am Körper tragen und immer mit dem Schweinchen gemeinsam schlafen. Es war auch immer dabei, wenn er mit ihr schlief – sie hätte sich daran gewöhnt. Wenn das Stoff-Schwein nicht in seiner Nähe wäre, würde absolut nichts gehen, auch kein Sex! Und weil sie ihn so gut kennen und lieben würde, wäre sie sehr traurig darüber, dass er sich nicht trauen würde, seine „Stoffschwein-Leidenschaft“ öffentlich zu bekennen. Und auch, dass sie es schade finden würde, dass er – der Freund – jetzt nicht hier sei, er hätte sich an mir und meiner Verbundenheit mit meinem Koala mal ein Beispiel nehmen können. Das war ja mal ein Outing! Manche Informationen braucht man nicht wirklich und die visuelle Vorstellungskraft, dass ich ein rosafarbenes Stoffschwein an meiner Seite würde haben müssen um meinen „Mann“ zu stehen, hat mich doch noch viele Monate lang begleitet. Man muss ja nicht jeden Blödsinn mitmachen! Das dachte ich auch, als unsere bunte Kulturwelt diesen Modetrend generierte, bei welchem sich Menschen beider Geschlechter einen Teddybären an Jackett oder Bluse pinnten. Teilweise waren das schon große Stoffteddys (wer halt auffallen muss) aber wie hätte es gewirkt, wenn ich mir diesen Koala ans Revers gebunden hätte! Das wäre mal aufgefallen! Aber ich bin mir sicher, dass ich dadurch kopflastig geworden wäre und irgendwann in den Staub der Straße vor mir hätte stürzen müssen, denn wirklich leicht war er nicht, der Koala.

Als ich endlich im Flugzeug bei meinem Platz war, musste ich betrübt erkennen, dass es eine Dreierreihe war und mir der Platz am Gang blieb. Ich schickte mich gerade an, den Kerl in das Gepäckfach für das Handgepäck zu quetschen (schnell und verstohlen wollte ich das machen, damit die Kinder es nicht mitbekommen würden) als auch schon die nächste Stewardess herbei geeilt kam. Sie hatte eine Information bekommen, dass es einen „besonderen Gast“ geben würde und dass dieser Gast nicht neben seiner Begleitung würde sitzen können. Sie habe Rücksprache mit dem Flug-Kapitän und der Chef-Stewardess gehalten und man wäre überein gekommen, dass man diesem besonderen Gast einen Platz in der ersten Klasse zur Verfügung stellen würde. Nur ihm? Nur „ihm“!! Mist!! Und schon schwebte Kulla in Richtung vorderes Flugzeug-Abteil davon und ruckzuck verschwand sein massiger Leib samt Stewardess hinter diesem ominösen Vorhang mit welchem die Unterschiede zwischen den Normal-Sterblichen und den Besonderen-Sterblichen deutlich unterstrichen wurden. Der Start erfolgte problemlos und nun sollte es noch einmal 12 Stunden dauern, bis wir wieder in der Heimat ankommen würden. Wie es ihm wohl ging, dem Koala, der ohne mich doch ganz sicher litt und bittere Tränen weinen musste? Ich hielt erst einmal ein Schläfchen und wollte dann anfragen, ob ich meinen Koala in der ersten Klasse wenigstens mal besuchen könnte? Meine zuständige Economy Stewardess versprach, es mit den Bedienungen der höheren Flugklassen abzusprechen. Kurz vor dem Mittagessen war sie wieder zurück und fragte, ob ich Hähnchen oder Fleisch oder vegetarisch würde essen wollen. Wer mal in der Economy Class verpflegt wurde weiß, dass das keine besonderen Leckereien waren! Im Himmel über Asien entschied ich mich in der Regel für Huhn, weil ich zu dieser Zeit noch kein Vegetarier war. 10.000 Meter tiefer hüpften ja Hunderte Millionen von diesen Hühnern umher, also: Huhn. Mein Nachbar wollte auch vorbestellen, kam aber nicht mehr dazu, denn so flugs wie sie gekommen war, die adrette Stewardess, so flink eilte sie schon wieder davon. Als man im vorderen Teil meiner „Holz-Klasse“ gerade damit begann, den Servierwagen durch den Gang zu schieben um das Essen zu verteilen, kam sie auf der anderen Seite des Ganges zurück und winkte mich zu sich heran. In der Küche, wo wir uns dann auf halbem Wege trafen, meinte sie, dass ich meinen Koala jetzt schnell würde besuchen können, denn der Service in der ersten Klasse wäre gerade durch und bevor mich der Servierwagen mit meinem Mittagessen erreichen würde, wäre ich schon wieder zurück.

Putti-Putti-süße Koala Mama. Nein wie lieb! Achja?

Diese Option, einmal in die heiligen Hallen der wahren Schönen, Reichen und Edlen dieser Welt eindringen zu können und auf meinem Weg zu meinem Koala in Klasse 1 auch noch die sicherlich wesentlich bequemere (bequemer als Economy) Business Class kennenzulernen, machte mich richtig kribbelig! Vielleicht saß ja Rachel Hunter bei meinem Koala oder wenigstens Berti Vogts! Berti Vogts? Ja, den habe ich mal am Gepäckband am Frankfurter Flughafen getroffen und er war recht sauer, weil er als Business Fluggast sonst sein Gepäck immer am Anfang bekam, dieses Mal aber offensichtlich etwas schief gegangen war mit seinem Gepäck. Ein bisschen später ist er dann gegangen, ohne sein Gepäck. Also war ich gespannt, wer denn da in diesen „Klassen“ so alles saß. Als der Vorhang zurückgezogen wurde und eine neue Stewardess mich durch die heiligen Hallen der Business Class lotste, geriet ich fast an den Rand eines Schnappatmungs-Anfalls! Ja so ein gediegener Luxus aber auch! Sitze so breit wie der Fernsehsessel meines Vaters im heimischen Deutschland, jede Menge Ablagefächer und Plätze wo man elektrisches Gerät anschließen konnte. Die Personen, die dort saßen – und es war alles andere als voll – reagierten nicht unfreundlich auf mich. Offensichtlich hatte man ihnen erklärt, dass der riesige Koala, als man den an ihnen vorbei weiter nach Vorne trug, einen Begleiter habe und dass dieser Begleiter später auch mal kommen und nach ihm schauen würde. Ich hatte ja schon immer geahnt, dass es einen „gewissen“ Komfort-Unterschied zwischen meiner gewohnten Holzklasse und der Business Klasse gab. Aber dass der so groß sein würde, hätte ich mir nicht vorstellen können. Aber dafür musste man ja auch einen stolzen Preis bezahlen und letztlich geht es ja immer auch nur darum, dass der, der kann, einfach kann! War nun schon die Klasse der Geschäftsreisenden fast absurd komfortabel, eröffnete mir die mich nach dem beiseite schieben der Vorhangs zwischen der Business und der First Class umgebende Welt eine Betrachtung einer Flugkomforts-Klasse, die ich nicht für möglich gehalten hatte. Der Bereich, in den ich eingelassen wurde, war bis auf den Platz, an den man den Koala gesetzt hatte, vollkommen leer. Wozu haben die denn dann so viele Plätze, wenn sie keiner bucht, fragte ich mich? Lediglich im vordersten Teil des Flugzeugs, nochmals durch einen Vorhang getrennt, sollten ein paar der erlauchten Gäste sitzen. Dorthin, wo ja möglicherweise auch Rachel Hunter saß, wurde ich aber nicht vorgelassen.

Koala saß in diesem unfassbar großen Sitz, umrahmt von allerlei Dingen die den Menschen wohl vergessen lassen, dass er sich gerade ein paar Tausend Meter über dem Boden befindet. Das Fernsehgerät, welches in dieser Klasse schon 1997zig eine Größe hatte, die an entsprechende „Glotzen“ in Studentenbuden erinnerte (nur moderner), war zwar aus, trotzdem starrte mein Reisebegleiter unentwegt darauf, so als ob er erwarten würde, dass man ihm sogleich einen Heimatfilm über die berauschende Wirkung der australischen Eukalyptus-Wälder präsentieren würde. Zu dieser Zeit gab es noch keine Smartphones mit integriertem Computer und Kamera. Geschweige denn Internetforen wie WhattsApp oder Facebook! Aber die beiden Stewardessen, die in diesen heiligen Flugzeug-Hallen ihren Dienst versahen, hatten trotzdem Selfies mit meinem Koala gemacht und sich dabei gegenseitig mit dem illustren Fluggast photographiert. Ich durfte neben ihm Platz nehmen und mir wurde verkündet, dass er sein Essen nicht hätte essen wollen und dass es doch schade wäre, wenn sie, die Stewardessen, es wegwerfen müssten. Bloß nicht das gute Essen wegwerfen! Zu dieser Zeit konnte ich unfassbare Mengen an Nahrung in mich hinein schaufeln und legte trotzdem kein messbares Milligramm an Gewicht zu. Früher war natürlich nicht alles besser: das man essen konnte soviel man wollte, ohne dicker zu werden aber schon! Ganz sicher schon! Punkt! So durfte ich die Verköstigung der „oberen Klassen“ zu mir nehmen. Ich denke, dass die Stewardess getrickst hat, denn normalerweise war das zur Verfügung stehende Essen, zumindest die Anzahl der verfügbaren Gerichte, genau auf die Zahl der mitreisenden Fluggäste abgestimmt. Vielleicht hatte der Flugkapitän auf sein Essen verzichtet und flog den dicken Brummer nun mit knurrendem Magen? Ich ließ es geschehen und die Verpflegung, die mir dort gereicht wurde, übertraf bei weitem alles, was ich je zuvor in einem Flugzeug zu mir genommen hatte. Die aßen ja nicht aus schnödem Plastik, die Gäste dieser Flug-Klassen! Sie aßen von edlem Porzellan und hatten ebenso edles wie auf Hochglanz poliertes Besteck dazu. Ja, so ließ sich ein langer interkontinentaler Flug schon weitaus besser verkraften! Da würde ich es glatt riskieren, noch einmal 19 Stunden ununterbrochen im Flugzeug zu reisen um an die jeweils anderen Enden der Welt zu kommen. Und natürlich – ich hatte den steten Zufluss dieses französischen Edelgesöffs bereits zu vermissen begonnen – gab es auch ein Gläschen Champagner zum Essen und man ließ wie üblich mit einem Augenzwinkern die Flasche in meiner Nähe zurück. Spätestens da wurde mir klar, dass es eine der besten Investitionen meines Lebens war, diesen dicken Koala anzuschaffen.

Da das Personal offensichtlich nicht genug mit seinen Gästen zu tun hatte, wurde ich bei sich wieder anhebendem Alkohollevel danach befragt, warum ich mich denn für diesen Riesen entschieden hätte? War ja leicht erklärt und so konnte ich – zwischen zwei Bissen – auch einige persönliche Koala Geschichten zum Besten geben. Auf der Känguru Insel waren wir bei dieser gerade zu Ende gehenden Reise, auch mal für drei Nächte mit unseren Zelten zu Gast auf einem Bauernhof, der in seinem aparten Charme den Eindruck vermittelte, als hätte man schon damals nur aus Bio-Gesichtspunkten heraus, Lebensmittel produziert. Einen Landwirt bekamen wir alle dort nicht zu Gesicht, wohl aber die Landwirtin, die sich auch gerne mit uns unterhielt, wobei der Fokus eher darauf lag, dass sie zuhörte während wir sprachen und von der Welt außerhalb ihres Hofes berichteten. Als das Gespräch auf die Spezies der Koalas kam, meinte sie nur, dass diese Tiere auch regelmäßig auf ihrem Hof vorbeischauen würden und dass der Hofhund das nicht wirklich schätzen würde. Einer der Koalas, der ihren Hof regelmäßig besuchte, würde jetzt ganz sicher wieder in „seiner“ Kiefer sitzen! Eine Kiefer? Ja, sie wüsste auch nicht warum, aber dieser eine Koala würde nur zum Fressen in die umliegenden Eukalyptusbäume steigen und, nachdem er genug sedierende Nahrung in sich hinein gestopft hätte, wieder zu „seiner“ Kiefer zurückkehren. Warum er das machte, der Koala, wollten wir wissen? Die Bäuerin hatte sich darum wohl Zeit ihres Lebens keine Gedanken gemacht? Das wisse sie nicht, wäre ihr auch egal. Es wäre jedenfalls so dass der Kerl ständig in seiner Kiefer sitzen würde. Also machten wir uns gemeinsam auf einen Kontrollgang und tatsächlich saß das putzige Tier in halber Höhe des Baumes (der Kiefer) in einer dicken Astgabel und träumte in den Tag hinein. Den Koala, der mich fast umgebracht hätte, traf ich ebenfalls in einem Baum, der nicht eukalyptischen Ursprungs war. Auf einem wilden Campingplatz, wo wir „einfach so“ für die kommende Nacht unsere Zelte aufgeschlagen hatten, erspähten wir einen einsamen Koala unmittelbar neben unseren Zelten. Der Baum auf dem er saß, war aber so beschaffen, dass ich ohne große Probleme mit einer Kamera in der Hand zu ihm hinaufsteigen und schöne Bilder machen konnte. Langsam aber (damals noch) behände, stieg ich Meter für Meter zu ihm hinauf. Er ruhte wohl in philosophischer Betrachtung oder hatte gerade das Ding an sich erblickt? Er zeigte keine Reaktion die darauf hätte schließen lassen, dass er verängstigt oder verunsichert war. Sicher war er auch gerade voll auf Droge und hatte sich mithilfe von Eukalyptus-Blättern in einen rauschhaften Zustand gebracht?

Da sich gerade dieser Koala als Modell so vorbildlich verhielt, stieg ich weiter und weiter zu ihm hinauf. Am Ende war ich in etwa sieben Metern Höhe nur noch einen Meter von ihm entfernt. Ich hatte schon ein paar schöne Bilder im Kasten, wollte aber noch das ultimative Koala-Portrait-Photo von ihm machen. Meine Füße hatten auf einem etwas unter mir verlaufenden dicken Seitenast guten Halt gefunden und ich hatte dadurch sogar beide Hände frei, um dem Pelztier näher und näher zu rücken und dabei sogar beidhändig die Kamera bedienen können. Noch einen halben Meter und ich hätte ihn berühren können. Wieder ein Photo, dann waren es vielleicht noch 30 – 40 Zentimeter, die sich die Linse meines Objektives von ihm entfernt befand. In seliger Ruhe schaute er in die Linse und ließ sich weiter photographieren. Vielleicht hatte er schon Übung als Photomodell? Am Ende kam es zu einem Unfall, der durchaus dazu hätte führen können, dass ich an diesem Tag mein Leben auf der Insel der Kängurus ausgehaucht hätte. Ohne jede Vorwarnung machte der putzige Kerl einen Schritt auf die Kamera zu und langte mit seinen Krallen nach meinem Objektiv, was mich über alle Maßen erschrak. Damit hätte ich nicht gerechnet, der Koala lebte ja doch! Und bei jemandem, der in einem Fluss in Nordaustralien, der voller Krokodile hätte sein können, lieber seine Kamera rettet als sich selbst, sollte man auch an anderen Orten mit Ausfallerscheinungen rechnen können! Und genau diese Ausfallerscheinung kam, ich war in Gedanken derart mit der Sicherheit meiner Kamera beschäftigt, dass ich den Tritt auf dem Ast unter mir vergaß. Ich stürzte ab, noch immer an die Unversehrtheit meiner Kamera denkend und wunderte mich nur darüber, dass der Flug meines Körpers, der Schwerkraft folgend in Richtung Boden, länger dauerte als angenommen. Ich schlug mit dem Rücken nach etwa drei Meter Freifall auf einem noch größeren und tiefer gelegenen Seitenarm des Baumes auf. Es „krachte“ mächtig in der rechten Schulter und der dumpfe Schlag, den ich auf den Hinterkopf in genau dem Moment erhielt, als mein Schädel auf dem Ast aufschlug, gab mir eine Vorstellung davon wie es sich anfühlen musste, wenn jemand mit einem Baseballschläger niedergeknüppelt wird. Den letzten Abschnitt des freien Falls, die letzten, noch fehlenden zwei Meter bis zum weichen Boden (hätte ich nicht erst dort aufschlagen können?) absolvierte ich dann in einer geschwungenen Drehbewegung wieder bravourös und landete mit unversehrter Kamera wieder auf meinen Beinen und (zugegeben) Knien. Jede/r der/die schon einmal solcherlei Missgeschicke erlebt hat wird wissen, dass sich die Schmerzen am Anfang in Grenzen halten, weil die Schockwirkung noch lindernd wirkt. Doch mit jeder vorüber eilenden Stunde nahmen sie zu, so dass ich die nächsten zwei Nächte – eingehüllt in eine Decke – vor dem Zelt saß und jede mir in den Sinn kommende Sünde meines Lebens intensiv mit mir selbst diskutierte! Eine Woche war ich wie behindert und erst als ich im weiteren Verlauf der Reise in Sydneys Chinatown von einem alten Chinesen massiert wurde, ließen die Schmerzen deutlich nach. Ich trage dieses spezielle Koala-Andenken noch heute mit mir herum. Immer wieder einmal kommen Ausfallerscheinungen aus dem rechten Schulterblatt. Auch zur Zeit sind sie wieder aktuell, weil es meine koalageschädigte Schulter nicht mag, wenn ich über Wochen schreibe oder tippend an der Tastatur meines Computers sitze.

Ich hatte einige Begegnungen mit wild lebenden Koalas, die meisten davon auf der Insel der Kängurus. Aber zurück zur First Class ins Flugzeug auf dem Weg von Singapore nach Deutschland. Die Stewardessen hatten ihre Freude an dem Pelztier und ich an dem guten Essen und dem leckeren Champagner. Doch irgendwann musste ich die heiligen Stätten wieder verlassen. Es war mir angeboten worden, den Champagner mitzunehmen, aber ich hätte mich geschämt, mit dem Edelgesöff in der Hand durch die Reihen der Holzklassler zu meinem Platz zurück zu laufen. Ich trank die Flasche zur Sicherheit lieber gleich aus und hatte auch deshalb einen gewissen „Schwung“ drauf, als ich mich zu meinem angestammten Sitzplatz zurück begab. Der Kerl in meiner Reihe, den man zu seinem Unglück in den Mittelplatz der Dreierreihe gequetscht hatte, hatte sich schon über mein Fernbleiben gewundert, aber trotzdem meinen Gangplatz, so als ob es sein gutes Recht wäre, eingenommen. Mit trauriger Mine erhob er sich als ich wieder zu ihm kam und meinte nur, dass ich zu lange weg gewesen wäre und dadurch das Essen verpasst hätte. Ich lächelte weise und meinte nur, dass zu viel Essen doch sowieso nicht gut wäre. Warum hätte ich ihm auch beichten sollen, dass ich gerade in der Premium Klasse an einem Tisch, der die Größe seines Sitzplatzes hatte, mit edlem Geschirr, das auf blenden weißen Linnen stand, vorzüglich gespeist hatte, nur weil ich dem Wunsch meiner Tochter gefolgt war und den „größten mir unter die Augen kommenden Koala“ des Landes gekauft hatte. Die Geschichte wäre zu lang geworden!

Da auch die neuen Stewardessen zur Freude der anwesenden Kinder auf das Schauspiel mit dem fern reisenden Koala eingingen, kam auch hin und wieder mal so ein Knirps bei mir vorbei und fragte nach, wie ich mich denn jetzt so fühlen würde, wo ich doch von meinem Stofftier getrennt wurde. Manche der Kinder brachten ihre Stofftiere mit zu mir an den Platz und wir philosophierten eifrig darüber, welches Stofftier denn am Ende das Beste sei. Eines der Mädchen hatte einen Wombat in der Hand, ein anderer Junge ein abgewetztes Häschen in einem Zustand, dass man erahnen konnte dass gerade dieses Stofftier schon seit längerer Zeit der einzige Begleiter des Kindes war und ganz sicher schon etliche Male von Erbrochenem bekleckert und von Fieberschweiß durchtränkt worden war. Der kleine Wurm (ein deutsches Kind) meinte noch, dass er bestimmt sterben würde, wenn er eines Tages ohne seinen „Hasi“ würde weiterleben müssen. Da ich saß und das Kind stand, musste ich meine Perspektive ja nicht ändern, wir blickten Aug zu Aug. Ich habe ihm dann auch eine ähnliche Geschichte erzählt und die muss so gut gewesen sein, dass mir die Stewardess eine weitere Flasche Sekt (aber nicht Champagner – wäre wohl zu auffällig gewesen) mit der Erklärung an meinen Platz stellte, dass sich mein Koala aus der ersten Klasse Sorgen um mich machen würde und dass er deshalb diese Flasche für mich bestellt hätte. Das Leuchten in den Augen des Kindes, nachdem die vorfabrizierte Geschichte nun durch die Stewardess auch noch bestätigt wurde, werde ich nie vergessen! Er schaute immer wieder zwischen seinem abgewetzten Stoffhasen „Hasi“, der Stewardess, deren Worte – da sie Englisch sprach – ich dem Knirps immer wieder übersetze und mir hin und her. Ich denke, dass in diesem Moment für ihn persönlich klar wurde, dass sein „Hasi“ lebt und dass er sich das nicht eingebildet hat. Er drückte „Hasi“ ans Herz und eilte fort zu seinen weiter vorne sitzenden Eltern. Nachdem Ruhe eingekehrt war, teilte ich die zweite Flasche schnöden Sekt mit dem jungen Mann neben mir. Es war auch aus Gründen des Selbstschutzes, denn der Alkoholpegel in meinen Blutbahnen war wieder bedenklich gestiegen. Bedenklich deshalb, weil ich dazu tendiere, immer alle auf hohem Niveau zu unterhalten, wenn ich angetrunken bin. Da es in meiner Sitzreihe aufgrund des Alkoholpegels zu einer lebhaften, auf die Schenkel klatschenden, von Witzen durchzogenen, laut auflachenden Kommunikation gekommen war, stieg auch die Reihe neben mir, auf der anderen Seite des Ganges mit ein. Das Flugzeug schien mitunter zu beben und die Stewardessen schritten nicht mit mahnend gestrecktem Finger ein. Früher war doch vieles besser! Bei meinem letzten interkontinentalen Flug nach Neuseeland, am Anfang des Jahres 2020, umgab mich einer derart sterile Welt und ich musste mich als Leiter der Gruppe bei einem Steward „anmelden“ wenn ich durch die verschiedenen Flugzeug-Klassen laufen wollte um mit den Mitgliedern meiner Reisegruppe sprechen zu können. Mir wurden 10 Minuten gewährt und der Steward begleitete mich mit argwöhnischen Blicken, so als ob ich ein Taliban Krieger wäre, der nun zusammen mit seinen Mit-Terroristen irgendwo eine Rohrbombe basteln wollte. 1997zig durfte im Flugzeug noch so lautstark gelacht und kommuniziert werden, dass sanfte Gemüter das Gefühl hatten, in ihrer heimischen Eckkneipe „Bei Willies“ gelandet zu sein.

Ein „B-Klasse“ Promi zu sein kann schon doof sein! Die Gefahr, dass jemand auftaucht, der einen kennt, ist zwangsweise größer als bei einer Person, die ihr Leben in gesitteten Bahnen verbracht hat! Zwischen zwei alkoholisierten Lachsalven fiel mir das Gesicht einer etwa gleichaltrigen Frau auf, die in der Reihe vor mir zwischen den Sitzen zu mir zurück schaute und permanent lächelte. Sie hatte ein Sektglas in der Hand und auch der neben ihr sitzende Mann drehte sich irgendwann um und schaute – ebenfalls mit einem freundlich in meine Richtung gehaltenen Sektglas – zusammen mit der Frau zu mir. Als ein kurzer Moment der Ruhe einkehrte, beugte ich mich vor, da ich das Gefühl hatte, dass diese mir persönlich unbekannte Frau etwas zu mir würde sagen wollen. Ich lauschte. Es wird vorausgesetzt, dass geneigte Leser/-innen in der Lage sind, den „sächsischen Dialekt“ gedanklich zum Klingen zu bringen? Die Dame war Dresdnerin, was man unschwer in der ersten Sekunde heraushören konnte. Sie hob nochmals ihr Glas in meine Richtung und sagte dann die folgenschweren Worte: „Aber Herr Richter, so kennen wir sie ja gar nicht“ (auf reinstem sächsisch). Ich hätte ihr beinahe meinen Schluck Sekt, den ich genießerisch zwischen meinen Zahnreihen herum fließen ließ, ins Gesicht gespuckt! Ich hörte mich – nachdem ich genau diesen Schluck in meiner Speiseröhre in Richtung Magen befördert hatte – sagen: Vortrag? Dresden? Leipzig? Chemnitz? Nu! (da war es wieder) Sie waren im Jahr zuvor im Dresdner Hygienemuseum gewesen und hatten sich derart von meinem Vortrag über Down-Under begeistern lassen, dass sie ziemlich spontan alle zur Verfügung stehenden Kröten (Geld) zusammengekratzt hatten und aufgebrochen waren. Nu, meinte sie nochmals zur Bestätigung und fuhr in perfektem sächsisch, wie es nur eine Eingeborene sprechen konnte, weiter fort. Nu, nu, wegen ihnen sind wir ja überhaupt hier. Und das Ehepaar Meier von schräg gegenüber übrigens auch! Ehepaar Meier? Schräg gegenüber? Und tatsächlich, als ich meinen Blick in die Reihe vor mir auf der anderen Seite des Ganges richtete, blickten mich dort zwei weitere Menschen mit einem ebenfalls in die Höhe gehaltenen Glas Sekt an! Ich konnte zwar eine gewisse Verwunderung in ihren Blicken lesen, aber es überwog eindeutig die Freude darüber, dass sie mich „erwischt“ hatten. Aber „erwischt“ im Positiven Sinn, wie ich kurz darauf von ihnen erfuhr. In vorauseilendem Gehorsam hatten sie mich in ihrer Erinnerung als einen seriösen Reiseberichterstatter eingeordnet, der auch die Aura der Unberührbarkeit verströmte. Einer der dort oben auf der Bühne stand und zu über 1.000 Zuschauern kompetent über ein fernes Land sprach, musste doch eine Respektsperson sein! Ich, eine Respektsperson? Wie sie denn darauf kämen? Die Dame aus der Reihe vor mir hatte beschlossen mir mitzuteilen, dass sie mich kennen würde als sie bemerkte, dass ich so lieb mit den Kindern umging, die mit ihren Stofftieren zu mir kamen. Sie und ihr Ehemann hatten dann gemeinsam festgestellt, dass es sicher für sie nicht unangenehm werden würden, wenn sie mich ansprechen würden. Aber den Zusatz, dass sie mich „ganz sicher nicht“ in der Holzklasse erwartet hätten, den mussten sie mir schon noch unter die Nase reiben. Ja Mensch, ich war einer von Ihnen! Vorauseilender Erwartungs-Gehorsam ist immer und überall einfach nur blöd. Ich habe den beiden Ehepaaren dann – bei weiteren alkoholischen Getränken – die lange Geschichte vom Erwerb des Koalas erzählt und auch gleich klargestellt, dass ich nur wegen „ihm“ einmal dorthin durfte (in die erste Klasse) wo sie mich in ihrer Erwartungshaltung hin verfrachtet hatten.

Irgendwann schlief das heiter angetrunkene Volk dann ein und bis zur Landung in Frankfurt gab es keine Zwischenfälle mehr. Doch einige Hundert sogar! Die Stewardess aus der ersten Klasse stand am Ausgang und hatte „meinen“ Koala im Arm. Sie erwartete mich dort, aber absolut jede/r, der oder die an ihr vorüber ging, sah „ihn“. Manche streichelten ihm über den Kopf, Kinder schmusten sich zum Teil an ihn dran und da einige der älteren Männer wohl dachten, dass es sich dabei um einen Werbegag handeln würde und die den Stoff-Koala-Riesen tragende Stewardess auch noch von optisch ansprechender Gestalt war, blieben sie für den Geschmack der Nachrücker, die den Grund für die Verzögerungen nicht erkennen konnten, etwas zu lange im Ausgangsbereich stehen und machten der Stewardess Komplimente wegen des Tieres, welches sie in ihren Armen hielt. Und auch in Frankfurt auf dem Weg zum Gepäckband dasselbe Spiel: „Koala hier, Koala dort, Koala schlicht an jedem Ort“. Selbst als wir den Bereich passierten, an denen die teils Waffen tragenden Vertreter des „Systems“ (Polizei und Ordnungskräfte) normalerweise mit kühlen und abweisenden Blicken die Ankömmlinge darauf vorbereiten, welcher Wind in unserem Land pfeift, entlockte der Plüsch-Bomber, den ich wieder vor meiner Brust trug, der einen oder anderen weiblichen Ordnungskraft ein Lächeln! Sie waren eben doch Menschen, diese Ordnungskräfte, auch wenn ihnen angeraten wird, dies niemals durchdringen zu lassen. Einen Polizeihund, der den Ordnungskräften half, Drogen und böse Menschen aufzuspüren, sah ich bei der Ankunft nicht. Ich hatte nämlich Bedenken, dass ein solcher Hund nicht freundlich auf den Koala reagieren würde. Ich gelangte ohne Probleme durch den Zoll (wurde nicht einmal gefragt, wie viel der denn gekostet habe) und mein bestellter Abholer wartete unter den vielen anderen Menschen am Ausgang und hielt sich erst einmal die Hände entsetzt vor das Gesicht, als der Koala mit seinem Anhängsel (mir) auf der Bildfläche erschien. Ein letztes Raunen und Staunen der Umstehenden und dann waren seine öffentlichen Auftritte vorbei. Er wurde zusammen mit dem Gepäck in den Kofferraum verfrachtet und fuhr zu seinem neuen Zuhause.

Endlich am Bestimmungsort angekommen, nach vielen Tausend Kilometern.

Wie hat sie denn nun eigentlich reagiert, die Tochter? Am nächsten Wochenende war sie – turnusmäßig – wieder bei mir. Ich hatte „ihn“ unter einer Decke verborgen und in ihrem Kinderzimmer – welches sie natürlich auch bei mir wie selbstverständlich hatte, auch wenn ich sie nur noch an jedem zweiten Wochenende bei mir haben durfte – in die Mitte des Raumes gestellt. Sie stand an der Tür und zögerte. Sie stürzte nicht sofort hin zu ihrem Geschenk, sie tastete sich heran. „Der ist aber echt groß“ hörte ich sie mit ihrer Kinderstimme sagen. Dann riss sie entschlossen die Decke weg und im nächsten Moment warf sie sich mitten in ihn hinein und lebte ihren ersten Schmuseanfall mit dem Giganten aus. Wir haben danach lange zusammen auf dem Boden gesessen und sie hörte mit Staunen die vielen Geschichten, die ihr Koala erlebt hatte. Sie hat ihn sehr gemocht und in den ersten beiden Jahren blieb der dicke Stoff-Koala auch in meiner Wohnung. Erst als sich die Situation in meinem Leben veränderte und ich meinen Wohnsitz „bei ihr um die Ecke“ aufgab um in einen neuen Lebensabschnitt zu starten, wanderte der sympathische Gigant mit ihr in die Wohnung ihrer Mutter, wo sie die meiste Zeit ihres Lebens verbrachte. Wo er denn heute abgeblieben ist, der dicke Kerl, vermag ich nicht zu sagen! Als sie Hals über Kopf ihre Familie vor über 10 Jahren verließ, hat sie ihn nicht mitgenommen. Er fand auch seinen Weg zurück zu mir nicht mehr. Er verblieb in der Wohnung ihrer Mutter und möglicherweise haben ihre beiden deutlich jüngeren Halbschwestern noch eine Weile mit ihm gespielt. Sicher wurde er mittlerweile auf den Müll der Geschichte geworfen? Tand, Tand ist alles Gebilde von Menschenhand. Allem ist das Ende vorherbestimmt, auch einem gewaltigen Stoff-Koala, der seinem Träger einmal so viel Aufmerksamkeit beschert hatte. Ich hätte ihn gerne noch einmal in den Arm genommen und vor mir her getragen, so wie auf dem langen, langen Weg von Australien nach Deutschland. Es war mir nicht vergönnt. Aber noch viel lieber würde ich meine Tochter noch einmal in den Arm nehmen! Das wird mir gerade heute sehr bewusst!

Gestern hätte ich um ein Haar mein Leben verloren. Da diese Geschichten und Berichte sich ja „live“ entwickeln, fließen auch aktuelle Bezüge mit in die Story ein. Und dass ich dieses Vorkommnis schildere bedeutet nicht, dass ich (hütet Euch ihr toxisch veranlagten in meinem Bekanntenkreis davor, das nun wieder so auszudrücken) nun eine rege Anteilnahme und eine Diskussion erwarte. Die Dinge sind, wie sie sind und ich Ruhe fest in mir. Trotzdem gibt es auch mir noch einmal einen Schub, wenn ich durch ein Ereignis bemerke, dass der Tod allgegenwärtig ist und jeden von uns zu jeder Zeit an jeder nur vorstellbaren Stelle aus dem Leben nehmen kann. Deshalb auch das eine oder andere Bild von dem Fahrzeug, das eigentlich nicht in diesen Reisebericht gehört. Wenn dir auf der Autobahn, ein massives Metallteil, aufgewirbelt von einem vor dir fahrenden Fahrzeug bei Tempo 150 mit der flachen Kante durch die Windschutzscheibe bricht und zwar exakt in der Höhe deines Kehlkopfes, den du in diesen Sekundenbruchteilen auch nicht mehr schützen kannst und wenn dieses etwa ein Kilogramm schwere Teil dann nur durch viel Glück von dem Aufbau der Armaturen so abgelenkt wird, dass es wenige Millimeter an deiner Halsschlagader vorbei rauscht und in die hintere Rückbank einschlägt, dann weißt Du, dass du ganz verdammt knapp an deinem Tod vorbeigeschrammt bist! Ich habe meine eigene Vergänglichkeit schon immer bedacht, schon seit ich denken kann. Es schockiert mich nicht, eines Tages gehen zu müssen. Unmittelbar nachdem gestern klar wurde, wie knapp das war und sich die Situation beruhigt hatte (trotz der vielen Glassplitter die aus Mund, Nase, Ohren, Kleidung und Haaren noch entfernt werden mussten, auch bei meiner Frau, die auf dem Beifahrersitz ebenfalls Glück hatte) dachte ich aber schon darüber nach, dass ich diesen Artikel nicht hätte zu Ende schreiben können, wenn es mich nicht mehr in meiner fleischlichen Hülle gegeben hätte. Ich meine dass wir die wesentlichen Themen, die unsere Leben als „vollwertige“ Menschen erweitern und bereichern würden, oft genug nicht anschneiden, weil wir zu beschäftigt sind. Aber gebt doch alle viel mehr Blumen während des Lebens, denn auf den Gräbern sind und bleiben sie: vergebens.

Ohne weiteren Kommentar

Ich werde eine Fortsetzung schreiben, muss aber irgendwann damit fertig werden, denn ich kann nicht darauf hoffen, dass der Tod viele weitere Male an mir vorüber rauscht!

RR aus BN

08.12.20

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2 Comments
  • Flory
    Posted at 11:57h, 09 Dezember Antworten

    Erheiternd aber auch ergreifend wieder mal…Das Leben geht wohl weiter…so weit wie es eben geht…
    Der Emu ist mir doch lieber als einen Koala-Bär. Der wird meinen australischen Held bleiben:-) Aber Daumen hoch an die Koalas-Damen, die sich nicht ohne weiteres geschlagen lassen.

    Bleib gesund und danke!

  • Dagmar
    Posted at 18:01h, 12 Dezember Antworten

    Habe die beiden zuletzt von dir geschriebenen Artikel gerade überflogen da ich , da mit schmerzhafter Blasenentzündung seit 2 Wochen immer wieder flach im Bett gelegen war, erst bei Artikel 9 angelangt war und diesen als letzten kommentiert hatte!
    Was für ein Schreck als ich nach unten gewandert bin und die Bilder eures Unfalles gesehen habe!
    Unglaublich aber wunderbar dass ihr beide so glimpflich “davon gekommen” seid.
    Bitte schont euch nun den der Schock muss erst überwunden werden!
    Weiß ja nicht ob ihr Wunden von den Splittern davon getragen habt – hoffe nicht bzw. nur wenig!!
    Liebe Grüße an euch beide hier und gute Besserung!
    PS: Konntest du den Verursacher wenigstens ausfindig machen? Damit er für den Schaden aufkommt?

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