Das Ende aller Reiseträume? Für wie lange?

Das Ende aller Reiseträume? Für wie lange?

Das Ende aller Reiseträume? Für wie lange?

Liebe Reisefreunde/-innen,

Es brauchte ja in vergangenen Zeiten oft nur einen kleinen Anstoß, um zu verreisen. Bestand doch die Möglichkeit, auf Reisen glücklicher zu werden und damit bestand ein guter Grund, seine Sachen zu packen und aufzubrechen. Es gibt viele Gründe, wieso wir die Welt bereisen sollten und es gilt quasi als erwiesen, dass wir dadurch glücklicher werden können. Zumindest solange die Rahmenbedingungen stimmen und es keine negativen Überraschungen gibt.

In der aktuellen, vom Coronavirus dominierten Phase, ist es trotzdem noch sicher, dass wir die Welt am besten verstehen, wenn wir neue Kulturen entdecken. Überall auf der Welt, auf jedem Berg, hinter jedem Fluss, zwischen all den Wäldern wartet im Prinzip eine neue interessante Kultur auf uns. Neue Kulturen können uns bereichern und uns einen ganz neuen Weltblick verschaffen. Neues Essen schmecken, neue Traditionen erleben und neue Tänze tanzen, das alles sind Erfahrungen, die wir unterwegs machen können. Wichtig ist, immer offen für Neues zu bleiben, um den Blickwinkel auf die Welt zu erweitern und den eigenen Horizont zu vergrößern.

So formulierte es zumindest einmal Johann Wolfgang von Goethe: „Ein gescheiter Mensch findet die beste Bildung auf Reisen“. Wir lernen am besten, wenn wir die Dinge mit eigenen Augen sehen und erleben. Während einer Reise lernen wir nicht aus Büchern, von Lehrern oder Eltern bzw. Großeltern. Auf dem Reise-Weg erfährt der Mensch Wissen. Wenn wir von Sehenswürdigkeiten zu Museen oder zu Kunstgalerien wechseln, dann sammeln wir einprägsame Erinnerungen. Nach den Reisen ruft man alles noch einmal ins Gedächtnis, was dann eine nachhaltige Wirkung hat und andere an unseren Erlebnissen teilhaben lässt.

So war es zumindest vor Corona.

Fast in jeder Stadt Europas sieht es mittlerweile so aus wie in Mailand oder Madrid. Zur Hauptsache ist es geworden, zuhause zu bleiben. Das öffentliche Leben nähert sich überall dem Stillstand – nahezu überall und das weltweit. Wie diese Lage das Gesicht der Welt verändert, können wir im Augenblick nur abschätzen. Im Prinzip hatte jede große Epidemie Folgen für die Weltgeschichte. Aber kulturell und wirtschaftlich so eng verbunden, wie wir es zu „unseren Zeiten“ sind, wird das Coronavirus unser Leben stärker verändern als andere Krankheiten zuvor.

Aus China kommen nun die ersten Anzeichen einer beginnenden Genesung, wenngleich alle Zahlen mit Vorsicht zu genießen sind. In Europa spitzt sich die Lage jedenfalls weiter zu. Auch hier wird die Seuche wieder verschwinden – auch wenn niemand genau sagen kann, wann dies der Fall sein wird. Und wenn die akute Gefahr vorbei ist, dann wird die Weltgeschichte eine andere, eine neue sein. Auch die Reisegeschichte? Viele Menschen sehnen sich auch jetzt, mitten in der Krise, nach einer Reise in die Welt. Die Menschen wollen die Wunder unseres Planeten sehen. Doch um zu reisen, musste man als moderner Tourist zu Beginn der Epidemie eine gehörige Portion Risikobereitschaft aufbringen. Am Anfang der Pandemie ging ja noch etwas – nun sind die Riegel komplett zu, das Reisen unmöglich gemacht. Manche Ecken dieser Welt sind gefährlicher als andere. Es bleibt aber ein weltweites Risiko, dass diese gefährlichen Viren, die vor allen Dingen für Alte, Schwache und Kranke gefährlich sind, überall lauern könnten! Keine schöne Perspektive.

Viele – vorwiegend junge – Menschen wehren sich gegen den Begriff Rücksichtnahme. Sie verbinden Rücksichtnahme mit Selbstaufgabe und Selbstaufopferung. Sie meinen Rücksichtnahme, wäre eine Beschränkung der persönlichen Freiheit oder verbinden den Begriff mit mangelndem Durchsetzungsvermögen. Das finde ich spannend, denn ich sehe den Begriff sehr neutral. Wer aber als Reiseveranstalter in einer Zeit wie der jetzigen echte Verantwortung übernehmen möchte, ist quasi gezwungen, jede Art der Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Reisenden anzuwenden um Schaden abzuwenden. Auch wenn es nur ein „möglicher“ Schaden ist. Rücksichtsvoll zu sein, bedeutet, sich die Zeit zu nehmen, auch über die Bedürfnisse anderer Menschen nachzudenken. Dazu muss man sich in der jetzigen Situation nicht einmal in andere Menschen hineinversetzen. Es ist schlicht nötig, das Reisen einzustellen, auch wenn das zu erheblichen finanziellen Schwierigkeiten führt.

Also meine lieben 2020 eine Reise geplant Habenden! Unsere Reisen nach Oberitalien und nach Irland wurden bereits abgesagt. Ich für meinen Teil habe mich bei unseren Partnern dafür eingesetzt, dass dies umgesetzt wird! Es ist besser so, denn die Gefahr, dass die Reisen durch die allgemeinen Probleme mit dem Virus am Ende doch noch spontan abgesagt werden müssen, ist zur Zeit sehr groß. Sicher haben die Betroffenen alle schon damit gerechnet? Wir von Dr. Richter Reisen haben übrigens umgehend die Rückzahlung der Anzahlungen in die Wege geleitet und alle Kosten erstattet.

Ein Blick in die Zukunft?

Wenn diese schwierige Zeit einmal vorüber sein sollte und wir uns alle wieder mit dem Gedanken an das Reisen befassen können, wäre ich hocherfreut, wenn dann umgehend auch wieder unsere Reiseangebote genutzt werden würden. Vielleicht hat die Entwicklung ja auch positive Folgen? Vielleicht denken die Menschen/Konsumenten danach verstärkt darüber nach, welchen gesellschaftlichen Schaden sie verursachen, wenn sie immer nur dem billigsten Angebot hinterher hecheln. Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass dieses Verhalten der Menschheit eine Vielzahl der Probleme eingebrockt hat, mit der sie sich heute herumschlagen muss.

Die Sicherheit, im Falle einer Insolvenz, sein Geld zurück zu bekommen, ist bei den „kleinen“ Unternehmen viel höher als bei den „Großen“. Die vergangene Insolvenz des Reiseveranstalter Cook hat das bewiesen! Fast 2/3 der Gäste blieben als Geschädigte auf den Kosten sitzen. Auch andere „Billig-Unternehmen“, die jetzt in die Krise geraten, werden aufgrund eines wirtschaftlich fast schon kriminellen Vorgehens (was den Ausweis ihrer Gewinne und die Rücklagen als Kapitalgesellschaft anbelangt) im Falle einer Insolvenz die eingezahlten Kundengelder nicht zurückzahlen. Geld ist nicht alles, könnte man dann argumentieren! Aber es ist unfassbar wichtig, als Konsument/-in in der Zukunft eine andere Blickrichtung zu entwickeln.

Bleiben sie alle gesund und passen sie auf sich auf.

Wir werden uns dann einfach auf einer anderen Reise wiedersehen!

Diese ausgefallenen Reisen des Jahres 2020 werden wir übrigens für 2021 fast zur selben Zeit wieder im Programm ausschreiben. Halten Sie die Daumen gedrückt, dass wir dann das ins Auge gefasste Ziel erreichen können.

Ihr/Euer

Roland Richter

Ein paar Impressionen unserer gerade noch rechtzeitig zu Ende gegangenen Weltreise nach Neuseeland anbei.

1 Comment
  • Dagmar Ulsamer
    Posted at 17:08h, 01 April Antworten

    Wirklich weise Worte und wunderbare Bilder von Neuseeland! So wie du schreibst und fotografierst bist du: eben das Wesentliche und Wunderbare der Welt ausdrücken!
    Wir wünschen uns alle dass die Vorsich,t die wir momentan und wohl noch eine ganze Weile walten lassen müssen, Früchte trägt
    und wir die Welt – und dabei sicherlich mit Dr.Richter Reisen und Roland Richter – bald wieder verantwortungsbewusst, staunend und informativ entdecken können.
    Lasst euch die Vorfreude
    und das Planen und Buchen der Reisen nicht nehmen.

    an alle Reisefreunde und Reisefreundinnen herzliche Grüße
    Dagmar Ulsamer

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